Vorschau – Brickyard 400 in Indianapolis 400

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Geld, Prestige und Ruhm! Das Brickyard 400 kennzeichnet nicht nur den Start in die finale Sprint Cup Hälfte, sondern auch ein Rennen, welches einen großen Stellenwert besitzt.

20 Jahre ist es her, als die NASCAR den Schritt in das IndyCar-Land „Indianapolis“ wagte und das erste Brickyard 400 Rennen vor über 350.000 Zuschauern, was ein Rekord für die Ewigkeit ist. Dale Jarett schaffte es 1996 ebenfalls das 400 Meilen Rennen in Indianapolis zu gewann und die neue Tradition, den Ziegelstein-Streifen auf der Start / Ziel Geraden zu küssen, schaffte es sogar bis in die IndyCars. Doch in den letzten Jahren hat das Rennen eine Menge Glanz verloren. Nach dem Reifendebakel aus dem Jahre 2008, als die NASCAR alle zehn Runden eine ‚competition caution‘ ausrufen musste, gingen die Zuschauerzahlen immens nach unten. Und auch dieses Jahr sollte man sich nicht wundern, wenn die Tribünen traurig leer aussehen…

Nichts desto trotz hat das Rennen im Fahrerlager nicht an Stellenwert verloren. Wenn die Fahrer in Interview mit amerikanischen Journalisten über Indianapolis reden, glänzen ihre Augen. Sie sprechen über die hohen Geschwindigkeiten, die Windschattenspielchen, das Durchqueren durch die Gasoline Alley und natürlich über das Verlangen, dass Rennen zu gewinnen. Das Brickyard 400 ist sicherlich eines der vier wichtigsten Rennen seit der Neuzeit der NASCAR, zudem ist das Rennen die insgesamt 20. Ausgabe des Brickyards 400!

Über die Strecke ansich kann man eigentlich nicht viel sagen. Das riesige 2,5 Meilen Oval ist mit einem Banking von ca. 12° natürlich nicht für die schweren Stockcars ausgelegt, sondern auf die leichten Formel Wagen der IndyCars. Doch genau dies macht den Reiz für die Fahrer aus, auch wenn die Zuschauer über das Racing immer ein wenig murren, da natürlich überwiegend nur in einer Linie gefahren wird. Durch die geringen Kurvengeschwindigkeiten, in den letzten Jahren waren es um die 150 mph, verzichtet die NASCAR auf die ‚restrictor plates‘, die die Leistung des Motors um die Hälfte reduziert und auf den Superspeedways von Daytona und Talladega Pflicht sind. Doch man darf gespannt sein, wie viel schneller das neue Gen6 in den Kurven sein wird, schließlich bietet das Gen6 so viel Grip wie noch nie. Der Qualifying Rekord stammt aus 2004, als Casey Mears das Oval mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 186,293 Meilen pro Stunde umrundete.

Wenn man Favoriten in Indianapolis sucht, dann sollte man sich genau drei Namen merken: Tony Stewart, Jeff Gordon und Jimmie Johnson! Die beiden letzt genannten Hendrick Motorsports Piloten haben je vier Siege in Indy auf dem Konto und sind somit Spitzenreiter der Liste mit den meisten Siegen. Aber Obacht: Während Jeff Gordon das Debüt Rennen und vorwiegend in den 90er gewann, ist Jimmie Johnson derjenige der zwischen den Jahre 2006 und 2012 gewann. Der springende Punkt ist hierbei, dass Johnson wesentlich besser mit den CoT’s in Indianapolis zurecht kam als sein Teamkollege und Johnson sicherlich größere Favorit sein sollte. Erst genannter, Tony Stewart, ist ebenfalls immer wieder für einen Sieg in Indianapolis gut. Er konnte das Brickyard 400 zwar „nur“ zwei mal für sich entscheiden, doch seine Konstanz in Indy ist beeindruckend. In 14 Rennen fuhr „Smoke“ neben seinen zwei Siegen 10x in die Top 10 und 6x in die Top 5, was ihm den besten Schnitt der aktiven NASCAR Piloten beschert. Und man sollte nicht vergessen: Nach dem verpatzten Spritpoker in Loudon vor zwei Wochen hat Stewart noch eine Rechnung offen…

Schaut man sich übrigens mal die Siegeliste von den Rennen an, kann man eine gewisse Chevrolet Dominanz auf dem Superspeedway erkennen: Der Autohersteller Chevrolet hat alle Rennen der letzten 10 Rennen gewonnen, während Toyota es noch nie in die Victory Lane schaffte und Ford nur 3x in den Jahren 1996, 1997 und 1999. Die restlichen zwei Rennen teilen sich Pontiac und Dodge.

Mit dieser neuen Erkenntnis blicken wir also auf die weiteren Chevrolet Teams und hierbei sollte man den stillen Kevin Harvick nicht vergessen. Neben einer guten Konstanz, hat „The Closer“ einen Sieg aus dem Jahre 2003 auf dem Konto. Zwar lief es für Harvick in den letzten zwei Jahren nicht so wirklich gut, doch dieses Jahr hat er einen sehr guten Lauf den ich übrigens auch für Championship-Verdächtig empfinde, schließlich liegt er zur Zeit auf dem vierten Platz der Gesamtplatzierung. Auch sein Teamkollege Paul Menard darf sich als Brickyard 400 Sieger nach seinem sehr überraschenden Sieg aus dem Jahr 2011, als er Jeff Gordon’s Angriffe erfolgreich abwehren konnte. Allerdings sehe ich ihn nicht wirklich als ein Favoriten oder gar Geheimfavoriten an. Seine sonstigen Leistungen (meistens außerhalb der Top 10) in Indianapolis sind nicht überragend und seine tolle Form aus dem Frühjahr konnte Menard nicht mit in den Sommer nehmen.

Nicht vergessen sollte man natürlich auch die Earnhardt / Ganassi Truppe. Zu einem haben sie Juan Pablo Montoya in den eigenen Reihen, der Indianapolis so gut kennt wie kaum ein anderer und schon mehrmals kurz vor einem Sieg in den letzten Jahren stand. Zum anderen hat man mit Jamie McMurray einen Brickyard 400 Sieger im Team, der in Indy immer mal wieder Ausreißer nach vorne aber auch nach hinten hat. Mal sehen, wie die beiden sich am Sonntag schlagen.

Auch wenn Toyota noch kein Rennen gewinnen konnte, sollte man natürlich wieder ein Auge auf die Jungs von Joe Gibbs Racing und Michael Waltrip Racing werfen. Kyle Busch und Matt Kenseth kann ich mir am Sonntag in der Victory Lane sehr gut vorstellen, während man bei Denny Hamlin natürlich vorsichtig sein sollte, aufgrund seiner schier unglaublichen Pechsträhne zur Zeit. Doch auch im MWR Lager kann man sich Hoffnungen machen, denn Clint Bowyer ist sehr konstant und auch Mark Martin, der dieses Wochenende die #55 wieder übernimmt, konnte einige Top 10’s in den letzten Jahren einfahren. Truex Jr. sehe ich in Indianapolis als schwächsten an, denn nur ein Top 10 Platz in acht Rennen ist zu wenig.

Bei Ford sollte man auf Greg Biffle und Brad Keselowski setzen. Biffle ist, ähnlich wie Harvick, sehr konstant über die Jahre hinweg und war in den letzten Jahren immer wieder dicht vor dem Sieg. Bei Keselowski, der dieses Jahr erst sein viertes Brickyard 400 Rennen fahren wird, spielt der derzeitige Druck und der dadurch resultierenden Motivation eine große Rolle. Er ist meiner Meinung nach derjenige der momentan den größten Willen für ein Sieg hat und seine zwei Top 10 Ergebnisse stärken ihn. Für mich ist er ein wahrer Geheimfavorit für dieses Wochenende, doch natürlich sollte man abwarten wie die Ford Performance dieses Jahr ist.

Alles in allem könnte die 20. Ausgabe des Brickyards 400 eine spannende Sache werden, besonders wegen dem „neuen“ Gen6. Stattfinden wird das Rennen am Sonntag um 19:19 Uhr und natürlich Live Übertragen von Sky Sender „MotorvisionTV“! Die Vorberichte fangen natürlich schon um 18 Uhr an, wie man es aus den letzten Wochen schon kennt. Achja: Der offizielle Name des Rennens lautet „Crown Royal Presents The Samuel Deeds 400 at The Brickyard Powered By BigMachineRecords.com“, doch das hätte die Überschrift und den Artikel gesprengt. Anbei noch unsere Performance-Grafik:

IndianapolisWetter

Das Wetter für Indianapolis sieht zur Zeit eigentlich recht gut aus. Freitag und Sonntag soll es teilweise bewölkt sein, bei angenehmen 25 Grad Celsius. Die Regenwahrscheinlichkeit wird mit 20% für beide Tage beziffert. Am Samstag ist die Regenwahrscheinlichkeit mit 30% am höchsten! [Stand: 24.07.13]

Sonstiges

  • MotorvisionTV überträgt LIVE! Alle Zeiten für das Wochenende findet ihr in unserem TV Programm!
  • Das Tippspiel endet am Samstag, um 20:10 Uhr!
 

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