Die Achterbahn Karriere von Brian Vickers

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Brian Vickers ist durch den Sieg in Loudon auf dem New Hampshire Motor Speedway zurück in der Victory Lane. Der Weg dahin war alles andere als einfach, doch seine „Never give up“-Mentalität hat sich ausgezahlt.

brianvickers2Am 13. Mai 2010 endete für Brian Vickers der Kampf auf der Strecke, denn es wartete ein neuer Kampf für ihn. Der Kampf um sein Leben. An diesem besagten Donnerstag gaben er und sein ehemaliges Team Red Bull Racing bekannt, dass er am Sonntag das Dover Rennen nicht bestreiten wird aufgrund einer Krankheit die lebensgefährlich sein kann. Es bildeten sich Blutgerinnsel in seinen Beinen und um seine Lunge herum, somit war eine Operation unbedingt von Nöten, doch Brian Vickers gab nicht auf.

Im darauf folgenden Jahr konnte er sein Comeback im NASCAR Sprint Cup tätigen, doch es sollte das wohl bitterste Jahr für den noch jungen Rennfahrer werden. Jede Menge Unfälle, wenige Top 10`s und von regelmäßigen Top 5 Ergebnissen konnten er und Red Bull Racing nur träumen. Am Ende der Saison lag er auf dem 25. Platz in der Meisterschaft, während sein damaliger Teamkollege Kasey Kahne die Saison mit Platz 14 und einem Sieg in der Meisterschaft beendete und die Zelte im Hendrick Motorsports Lager aufstellte. Red Bull Racing beendete das Engagement in der NASCAR. Doch Brian Vickers gab nicht auf.

Nach dieser Saison gab es nicht viele Leute im NASCAR Business die in ihm noch eine Perspektive sahen und dementsprechend sah auch die Job Situation für Brian Vickers aus. Und zwar schwierig. Doch dann gab es noch Michael Waltrip, der ein Gespür für gute Piloten hat, die in einem vorherigen Team gescheitert sind. So zum Beispiel Clint Bowyer, der gleich in seinem ersten Jahr (2012) Vizechampion geworden ist, als er zu Michael Waltrip Racing wechselte.

Neben Rennen in Europa (u.a. bestritt er das 24h Rennen von Le Mans) schnürte Waltrip ihm ein Sprint Cup Paket mit acht Rennen in dem Toyota Camry von Mark Martin, der sich langsam zurückziehen möchte. Vickers wusste: Wenn er diese Chance nicht wahr nimmt, könnte es mit seiner Sprint Cup Karriere gewesen sein. Wenn er diese Chance nicht wahr nimmt, könnte sein vielleicht größter Traum, der Cup Titel, für immer und ewig in weite Ferne rücken. Doch dem wahr nicht so. Der in Thomasville geborene Brian Lee Vickers nutzte seine Chance und fuhr gleich in seinem ersten Rennen für Michael Waltrip um den Sieg in Bristol mit und am Ende wurde es die fünfte Position. In Martinsville 18., Sonoma 4., Loudon 15., Watkins Glen 43. und danach folgten drei Top 10 Platzierungen in Folge. Ein Vollzeit-Cockpit ist allerdings dennoch nicht möglich. Doch Brian Vickers gab nicht auf.

Nun sitzt Brian Vickers in einem Joe Gibbs Racing Nationwide-Vollzeit-Cockpit und fährt um die Meisterschaft, die er 2003 gewann bevor er in dem darauf folgenden Jahr zu Hendrick Motorsports in den Sprint Cup wechselte. Zur Zeit steht Brian Vickers mit viel Pech auf dem sechsten Platz mit 46 Punkten Rückstand auf den Führenden Regan Smith. Doch er holt auf. Er hat die meisten Top 5 Ergebnisse und ein Sieg in der Nationwide Serie. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis der erste Sieg für „BV“ drin ist und auch die Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden! Im Sprint Cup bleibt die Situation beim alten. Auch dieses Jahr fährt er wieder acht Rennen in der #55 für Michael Waltrip Racing, doch es sollte bisher nicht so wirklich gut laufen wie im letzten Jahr. Wie schon in der Nationwide Series verfolgte ihn das Pech. Ist Loudon etwa seine letzte Chance? Was, wenn er auch hier wieder ausscheidet? Die Kritiker würden sicherlich wieder lauthals meckern.

Das Rennen am Sonntag begann durchwachsen. Aus dem Mittelfeld heraus musste der 29-jährige Brian Vickers starten und das auf einer Strecke, wo die „track position“ so eine große Rolle spielt und das Rennen ist auch nicht das längste. Zu allem Überfluss musste Vickers dann auch noch eine Durchfahrtsstrafe absitzen, da die Crew Boxen-Equipment aus dem Pit Stall verlor. Somit war er eine Runde zurück. Doch durch die vielen Cautions und durch einen schnellen Wagen kämpften sie sich zurück und ca. 50 Runden vor Schluss tauchte Vickers dann in den Top 5 aus und man bemerkte schnell, dass er mit den schnellsten Wagen des Feldes hatte. 13 Runden vor Schluss übernahm er die Führung von Tony Stewart, verteidigte seine Position in einem GWC-Finale und konnte dann anschließend in die Victory Lane fahren. Er hat es geschafft. Jimmie Johnson, ein guter Freund von ihm, ballte die Faust als hätte er das Rennen selber gewonnen. Die Freude sah man Vickers an, obwohl er noch den Helm auf hatte. Er feierte mit den Fans, verteilte High Fives auf der Zielgeraden. Er hat aufgegeben in die Vergangenheit zu blicken. „Das ist es, wofür ich zurück gekommen bin und nicht um über die Vergangenheit zu reden“, sagte ein lächelnder und sentimentaler Brian Vickers zu den Reportern in der Victory Lane.

Doch es ist viel mehr als ein Sieg. Es ist die Geschichtes eines Rennfahrers und eines Mensches, der fest daran glaubt was er kann. Brian Vickers sollte ein Vorbild sein. Nicht nur für Rennfahrer, sondern für die Menschen generell. Denn Brian Vickers gibt niemals auf!

 

 

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