Eure persönliche NASCAR Story #6

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Wir haben wieder Mittwoch und somit ist es an der Zeit, eine weitere NASCAR Story zu veröffentlichen. Diesmal vom Tom, der uns eine sehr ausführliche Geschichte geschickt hat. Vielen, vielen Dank an dieser Stelle!

Hey an alle die mich bereits kennen. Für all die anderen kurz zu mir:

Ich heiße Thomas Eckert, bin gebürtig aus der Oberlausitz im „tiefsten Osten“ unseres Landes. Dort wurde ich 1977 geboren, bevor mich 1994 meine Ausbildung an den Rhein, nach Worms verschlagen hat, wo ich bis heute geblieben bin. Übrigens in sehr guter Erreichbarkeit zum Hockenheimring 😉
Meine ersten Kontakte zum Motorsport machte ich im Grundschulalter, als ich mit Eltern und Opa mehrmals im tschechischen Most bei der „Interserie“ zuschauen durfte. Nicht zu vergleichen mit den Motorsport-Veranstaltungen von heute, von der damaligen Infrastruktur an und um die Strecke ganz zu schweigen. Vom Autoabstellplatz bis zu den Naturtribühnen an derPiste waren etwa 1 1/2 Stunden Fußmarsch zu überstehen… Bei etwa 30°C und strahlendem Sonnenschein. Von Shuttlebussen oder sowas hat man damals in diesen Bereichen Europas wohl noch nie gehört.


Dennoch verbinde ich viele tolle Momente mit dieser Zeit. Wir durften „westlichen Motorsport“ mit den zugehörigen Fahrzeugen sehen… nicht zu letzt weil damals in der InterSerie, was das Hauptevent neben zahlreichen kleinen Rahmenrennen (Lada-Cup usw. 🙂 )darstellte, immerhin Fahrzeuge nach der damaligem GruppeC unterwegs waren. Mit Fahrern wie Klaus Ludwig, Manuel Reuter oder auch H. J. Stuck. Das war schon was, wofür man diese An- und Abreise-Strapazen gerne in Kauf nahm.
Ich erinnere mich noch an ein Rennen, in dem Klaus Ludwig, damals am Steuer eines BLAUPUNKT-Porsche bis kurz vor Schluss des Rennens führte, bis er mit brennendem Fahrzeug, wohl hervorgerufen durch einen Motorschaden liegen blieb und ich das mit einem „Heulanfall erster Güte“ quittierte…
Ein paar Jahre später hatten wir, der „Wende“ sei Dank, die erste Satellitenschüssel auf dem Dach. Auf Grund der noch sehr nostalgischen Ost-Elektronikausstattung unseres Hauses konnten wir anfangs nur bei meinem Opa am TV die ganzen neuen Sender kucken, wenn auch wegen technischer Umstände vorerst nur in schwarz-weiss. Und damals waren unsere absoluten Highlights die Übertragungen der DTM in 3Sat, kommentiert von Rainer Braun und Christa Haas als Frau in den Boxen. Wir hatten somit das Glück, die letzten Jahre der wohl glohrreichsten Zeit der DTM noch mitzuerleben. Erst als ich 1994 nach Worms kam, schafften wir es dann endlich ein Rennen live zu besuchen, in Hockenheim.

Darauf folgten noch viele mehr, sowie auch 2x Formel1 (1x Nürburgring, 1x Hockenheim).
Aber bis Mitte der 90er Jahre gab es neben Eurosport noch einen Sportsender, den damaligen Sportkanal. Dort entdeckte ich als erstes bewegte Bilder und Berichte zur Nascar. Und IndyCar hatte ich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon mehrfach irgendwo gesehen.
Auch damals stand schon schnell fest, wohin das motorsportliche Interesse sich meierseits hinbewegen wird.
Die „größte Nachricht“ für mich war dann die, dass in Klettwitz ein 2,5 Milen – Oval gebaut werden sollte. Schnell wurde die (leider bis heute nicht erfüllte) Hoffnung geweckt, Nascars bald auch ganz in der Nähe zu erleben.
Zu Weihnachten im Jahr 2000 bekam ich dann eine Karte zum GERMAN500 geschenkt worüber ich mich natürlich riesig gefreut habe und ab da konnte ich es dann auch kaum erwarten,dass das große Rennen endlich stattfindet. Ein Oval-Rennen einer amerikanischen Serie, und das sozusagen direkt vor der Haustür. Auch wenn es nicht Nascar war…..geil!!!
Doch dann kam der 11. September 2001, der die Welt bis heute veränderte. Und das 1. German 500 sollte am 15. Septmber stattfinden, also 4 Tage nach den Anschlägen. Große Befüchrtungen einer Absage machten die Runde. Doch bereits am 12. September stand fest, dass das Rennen stattfindet, wenn auch als „2001 American Memorial“. Für dieses Wochenende rückte für all die Motorsport-Fans, die an den ESW strömten, die schreckliche Tragödie soweit in den Hintergrund, dass man sich dennoch auf ein tolles, spannendes und spektakuläres Rennen freuen konnte. Und wir kamen das erste mal „live“ mit der amerikanischen Menthalität in Kontakt. Und ich bin bis heute erstaunt, wie die Amis damals mit der Situation umgingen. Nicht nur, weil sie das Rennen durchzogen. Nein, auch weil sie von Ihrer Kontaktbereitschaft und Offenheit nichts einbüßten. Eher im Gegenteil. Ich glaube sie waren stolz, sich dennoch gerade auch auf deutschem Boden präsentieren zu dürfen.

Leider ging dieses großartige Rennen dann mit diesem „blöden“ Unfall von Alex Zanardi zu Ende. Nichts desto trotz waren diese Tage am Eurospeedway sehr einprägsam und haben die Liebe zum amrikanischen Motorsport mehr als gefestigt.
Dazu trug dann auch die zweite, und bis zum heutigen Tage (und wohl auch in naher Zukunft) letzte Austragung eines Indy-Car – Rennen bei. Bei Diesem erlebte ich den bis heute emotionalsten Höhepunkt, meiner „Fan-Karriere“ (nach den Tränen für Klaus Ludwig …). Das waren natürlich diese 13 Runden welche A. Z. drehte, um für sich und die Fans das erste German500 zwei Jahre zuvor, abzuschließen.
Übrigens brachten die Amis damals auch ein paar Nascars mit an die Strecke.
Die „durften“ dann auch ein paar Runden drehen. Es waren 5 oder sechs. Doch diese allein schafften es, die doch sehr imposante Haupttribühne beim Vorbeifahren auf der Srat-Ziel-Gerade zum Beben zu bringen.
Spätestens am Abend, nach dem Cart-Renen, stand dann für mich und auch für meinen Vater fest, wir müssen irgendwann in die Saaten…. zu NASCAR!
Wir versprachen uns, trotz der Cart-Show, von einem Besuch des Cups ein noch größeres Erlebnis.
Es sollte dann 5 Jahre dauern, bis wir im Januar oder Februar 2008, nach Kontaktherstellung meines Dads mit dem damaligen Hauptsponsor von Matt Kenseth, DEWALT, einen Flug und ein Hotel klar machen konnten.
DEWALT lud uns ein, zu einem Rennen unserer Wahl. Da wir nicht mehr so ewig warten wollten und aus anderen Gründen fiel unsere Wahl dann auf die Monster Mile in Dover, DE.
Was wir dort dann erlebten, 1 Woche lang, kann man in Worten nur schwer beschreiben. Donnerstags war noch nicht so viel Action arround the track. Doch die ganzen Merchandising-Trucks waren schon da und so schlenderten wir einmal mehr oder weniger ums Oval, das erste Mal vorbei am „Monster“Monument und die Vorfreude steigerte sich ins unermessliche. Anschließend wurden wir dann auch vom Team begrüßt und durften uns in einer klimatisierten Chill-Cabine erstmal ausruhen und stärken bzw. erfrischen. Wahnsinn, wass die allein dort drin so alles aufgefahren haben. Und wir durften da drin sein, wo sich normalerweise Matt ausruht … schon verrückt.
Freitags war das das Truck-Race angesetzt. Doch zu Rennbegin ging ein heftiger Gewitterschauer nieder, so dass wir nach einer gewissen Wartezeit davon ausgingen, dass nicht mehr gefahren wird. Das Gegenteil erfuhren wir dann erst am nächsten Tag. Die Trucks gingen spät abends unter Flutlicht doch noch auf den Track. So blieben unsere Truck-Erlebnisse auf´s Training begrenzt. Aber dafür wurden wir vom gastgebenden Team entschädigt, denn die Nationwide-Serie durften wir beim Barbecue am TeamTruck auf dessen Dach zusammen mit einigen CrewMitgliedern verfolgen, welche erst bei Cup-Race im Einsatz waren… das war schon großartig. Erst recht, als wir dann noch mit nem TeamCap und ner coolen Sonnenbrille ausgestattet wurden …
Trotz erneuter Einladung fürs Infield entscheiden wir uns aber dafür, dass CupRace dann doch von der Tribühne aus zu verfolgen. Und diese Entscheidung bereuten wir für keine Sekunde.
Die Show, die vor dem Start des Rennens geboten wurde, stellte alles in den Schatten, was wir bisher kannten. Selbst am ESW war das dann, wohl auf Grund der Ereignisse, bei weitem nicht so einprägend. Bzw. auf eine andere Art und Weise.
So richtig ergreifend für mich wurde es in dem Moment, als die Nationalhymne angestimmt wurde. Zum Einen die begeisterten Fans um uns herum, der FlyOver und die Gedanken daran, was man hier eigentlich gerade erlebt. Es standen mir Tränen in den Augen, eine Gänsehaut nach der Anderen spürte ich auf meiner Haut… es war im wahrsten Sinne des Wortes – unglaublich! Dass ich, dass wir nun hier stehen und das alles live, in Farbe und mitten drin miterleben dürfen. Das machte irgendwie auch stolz… zumindest verspürte ich ein so änliches Gefühl.
Nach spannenden 400 Runden, mit einem BigOne gleich zu Anfang, war das Erlebnis Nascar auf der Monster Mile dann auch schon vorbei. Und unser (erster) USA-Trip nach einem Besuch in Philadelphia sowie im sau geilen Atlantic City ebenfalls. Aber die Liebe zu Nascar ist durch diese Reise demaßen gefestigt worden, dass Nascar immer ganz oben an erster Stelle stehen wird, wenn es um Motorsport geht. Schon heute kann ich den erneuten Flug über den großen Teich kaum erwarten.
Matt ist dennoch übrigens nicht zu meinem Favorite-Driver geworden. Das hat Tony Stewart geschafft. Ich mag seine Ausstrahlung, natürlich auch sein Durchsetzungsvermögen auf der Strecke, und weil er Danica im Team hat 😉 Zudem ist er halt eben auch „eine Figur“, sehr markant mit hohem Wiedererkennungswert und Identifizierungsmerkmalen, die man bei den meisten Fahrern hier in Europa nicht in dem Maße findet.
Und zudem bin ich sehr froh, den Stammtisch und die Jungs drum herum gefunden zu haben. Danke für viele tolle Tage mit Euch, auch wenn ich nicht an allen teilhaben konnte.
NASCAR-Fans sind einfach die Besten!!!
Bis dahin,
Euer Tom(my).


 

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