Funktionieren Doubleheader in der NASCAR?

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Die IndyCar versuchte sich am Doubleheader-System und stoß damit auf Erfolg bei den Fans. Könnte dieses System auch in der NASCAR funktionieren und vor allem wo?

Die IndyCar versuchte sich vor zwei Wochen an einem Doubleheader in den Straßen von Detroit und stoß damit auf vollen Erfolg, wenn man die TV Quoten und die Social Media Reaktionen näher betrachtete, obwohl zuvor das Murren hinter Bernards Idee groß war, so wie immer bei neuen Sachen.

Für die Leute, die den Begriff nicht kennen: Das System ist recht unkompliziert und stammt theoretisch aus den hiesigen Tourenwagen Serien wie der WTCC, BTCC, etc. Während einem Wochenende fährt man anstatt einem langen Rennen mehrere Rennen, meistens zwei bis drei. Die IndyCar entschied sich für zwei Rennen, jeweils ein Rennen am Samstag und Sonntag. Auch gab es zwei Qualifikationen, jeweils eine Session war für das Samstag Rennen und die andere für Sonntag.

Dieses Wochenende war wieder ein sehr gutes Beispiel: Pocono war schon immer dafür Bekannt keine gute Rennen abzuliefern, was an sich auch kein Problem ist, doch letztes Wochenende passierte wirklich rein gar nichts. Letztes Jahr hat man einen guten schritt „gewagt“ und beide Pocono Rennen von 500 Meilen auf 400 Meilen zu verkürzen, auf Wunsch des Fans. Und beide Rennen waren zwei sehr gute Rennen, vielleicht die besten Pocono Rennen in diesem Jahrhundert, doch man konnte sich bei Goodyear bedanken, die im Dunkeln tappten bei der Reifenmischung. Doch das ist ein anderes Thema.

Wieso wagt die NASCAR nichts? Die TV Quoten sinken Jahr für Jahr. Die Zuschauerzahlen an den Strecken sinken Jahr für Jahr. Die Teams werden weniger Jahr für Jahr. Der absolute Höhepunkt ist nach der 2007er Saison erreicht worden und mit der Einführung des CoT’s ging es bergab. Sie müssen in Charlotte etwas wagen und ein Doubleheader Wochenende wäre ein guter Anfang meiner Meinung nach. Zwei Rennen á 200 Meilen am Sonntag und die Qualifikation veranstaltet man wieder wie vor dem All-Star Rennen in Charlotte. Es wäre etwas neues, was unverbrauchtes und ein Experiment. Was hat man zu verlieren? Entweder es funktioniert oder es scheitert, man kann es jederzeit wieder umändern.

Wie steht ihr zum Thema? Sollte man ein Doubleheader-Versuch starten oder sollte man alles beim alten lassen? Schreibt doch eure Meinung in die Kommentare, vielleicht habt ihr ja auch noch andere Ideen?

 

7 KOMMENTARE

  1. ja, weniger Rennen bzw. weniger Strecken 2x im Jahr halte ich auch für einen richtigen Ansatz, auch die Chase Rennen flexibler (und auf unterschiedlicheren Streckenarten) auszutragen würde die Attraktivität erhöhen. Und für die beiden großen Streckenbetreiber sollte das nicht das ursächliche Problem darstellen, denen gehören soweit ich weiß eh 90% der Strecken, da wär genug Auswahl und Verschiebemöglichkeiten. Dagegen schwieriger wird’s mit diesem Hintergrung zB einen weiteren Road Course unterzubringen, was sicher für Show und Action auch wünschenswert wäre!
    Zu Pocono, weil da immer soviel drüber geschimpft wir, fällt mir ein: ein Kurs der unbedingt dazugehört (nicht zwingend 2x), der anspruchsvoll und einzigartig ist, durchaus eine Fahrerstrecke und wenn die Richtigen dann noch die richtige Abstimmung haben gibt’s dann wenig spektakuläre aber in meinen Augen interessante Rennen (so nach dem Motto, auch ein 0:0 kann ein super Fußballspiel gewesen sein)

  2. (Niklas) Ich bin davon ausgegangen das beide Rennen am Sonntag stattfinden würden. 😉 Zeitlich gesehen sehe ich überhaupt kein Problem, derzeit fährt die NASCAR ja auch gerne bis in die späten Abendstunden (Charlotte) und da Pocono so oder so kein Licht hat, müsste man das wie jedes andere Rennen auch verschieben. Ob wir nun ein Rennen haben, oder zwei Rennen, zeitlich gesehen bleibt es das gleiche meiner Meinung nach. Und bei der Pause würden lediglich 30 Minuten reichen finde ich, denn jedes Team hat ein Backup parat. 🙂

  3. Also, ich bin ehrlich gesagt kein „Doubleheader“-Fan. Weil: Ihr habt u.a. die Zuschauerzahlen (TV/vor Ort) angesprochen. Ich weiß nicht, ob die mehr werden würden, wenn zwei Rennen gefahren werden. Mal angenommen eines Sa und eines So: – Würden sich deswegen mehr Leute zur Strecke begeben? – Wir haben es hier bei der GT-Masters. Selbst für mich mit nur ner Stunde Anreisezeit ist es zu überlegen, ob ich 2x zur Strecke fahre. Wäre nur 1 Rennen, wüßte ich: – Ich muss nur Sonntag hin, zumindest wenn es mir nur um das Hauptevent geht. Und dann ist dementsprechend auch die Hütte voll. Und die TV-Zuschauer nehmen sich ggf. auch lieber den Sonntag zum Rennen kucken, weil sie Samstag evtl. was mit Familie unternehmen wollen, noch einkaufen müssen oder gar arbeiten … solls ja auch geben 😉 Der Effekt wäre also, dass Samstag ggf. weniger Leute dabei sind und Sonntags die, die sowieso dabei wären. Bei den Amis geht das viell. eher noch, weil die ja doch noch etwas camping-verrückter sind als wir. Ja, und zwei Rennen an einem Tag könnte ggf. die TV-Zeiten noch mehr in die Länge ziehen. 2x 200 Meilen mit sagen wir einer Stunde Pause? – Hätten wir dann nicht auch etwa die gleiche Gesamt-Sendezeit. Und was, wenn´s regnet? Dann abends 2 Rennen bis nach Mitternacht? Ich weiß nicht…

  4. Ich wollte schon lange einen Kommentar zu Deinem Gen 7 Artikel schreiben, und dieser jetzt schlägt ja in dieselbe Kerbe: was muss Nascar tun damit die Serie wieder auf die Überholspur kommt?
    Ich bin da mit mir selber durchaus uneins. Alles muss mit der Zeit gehen, sicher auch Nascar, aber ich sehe auch immer die Gefahr, daß aus einer unnötig gemachten Pank ein Aktionismus entsteht welcher im Endeffekt vieles nur verschlimmbessert.
    Soll Nascar sich Serien oder Formate zum Vorbild nehmen welche bestenfalls ein Zehntel des Zuschauerinteresses anziehen? Sind wirklich die derzeitigen Fahrzeuge oder Strecken oder Rennlängen oder Fahrbahnbeläge „schuld“ an den immer mehr leeren Plätzen die wir an der Rennstrecke sehen (soweit ich weiß sind die Fernsehqouten so schlecht dagegen nicht).
    Ist es nicht vielmehr so, daß die wirtschaftliche Lage der USA da einfach der größere Einfluß ist, ganz einfach weil auch gerade dort die Anreise häufig nicht gerade „um die Ecke“ ist, sprich Geld kostet plus Übernachtug(en) plus Eintrittsgelder plus Drumherumkosten….. Geld was für immer mehr Normalverdiener (und das ist sicher das Gros der Nascar Fans) nicht mehr so locker sitzt wie vor ein paar Jahren noch.
    Und, es ist ein wenig wie „jammern auf hohem Niveau“, noch immer schauen alle anderen Rennserien neidvoll auf derartige Zuschauermassen, bei DER Anzahl von Rennen und DEM Starterfeld. So what?
    Nach einem langweiligen Pocono Rennen fällts dann etwas leichter mal wieder Veränderungen zu fordern, das ist wie in der Politik, da fordern jetzt grad auch viele neue Dämme :D.
    Aber trotzdem hast Du natürlich recht, ich versuch hier nur mal ein wenig zu provozieren damit auch mal andere Meinungen rein und Diskussionen aufkommen. Warum nicht mal ein Double-Header Wochenende probieren, dabei bricht sich Nascar keinen Zacken aus der Krone, …… und dann mal hören was die Fans sagen, oder auch sowieso kürzere Rennen?
    Zum Gen 7 noch: mit dem Gen 6 ist Nascar schon auf dem richtigen Weg, back to the future, die Autos müssen noch mehr als jetzt „stock“ aussehen, wie die welche der Zuschauer auch kaufen kann, warum nicht auch mit Scheinwerfern etc, die verschiedenen Marken müssen sich deutlichst voneinander unterscheiden (von der Seite find ich wäre da noch deutlich Luft nach oben).
    Modernste Sicherheitstechnik ist ein Grundsatz-Muss ohne jede Diskussion. Motorelektronik sollte auf dem Entwicklungsstand der normalen Straßenmodelle sein (und nicht 15 Jahre zurück). Aber weniger als 8 Zylinder dürfte wohl sehr schwer zu vermitteln sein, und wozu auch, solange die sportlichen und starken Modelle der Marken noch mit 8-Zylindern angeboten und verkauft werden. Und warum sollte die Top Motorsportserie kleinere Motoren haben als die Serienmodelle? Kleinere Motoren dann ggf. für die Nationwide, aber auch da nur wenn die auch mit weniger finanziellem Aufwand zu betreiben wären. Und da hätte ich arge Bedenken!
    🙂 wie gesagt, will mal Diskussion anstoßen.
    Danke für Deine Artikel und Denkanstöße Nik!!!!

    • „Nach einem langweiligen Pocono Rennen fällts dann etwas leichter mal wieder Veränderungen zu fordern, das ist wie in der Politik, da fordern jetzt grad auch viele neue Dämme […]“

      War halt ein perfekter Zeitpunkt. 😉
      Klar, die schlechte Wirtschaft der USA hat einen sehr großen Anteil an der Miserie der NASCAR schuld. Wieso auch jede Menge Dollar ausgeben für Tickets, wenn man sich seinen großen HD LED TV neben seinen Barbecue Grill stellen kann?

      Man muss, wie Mayfield es schon geschrieben hat, wieder mehr auf „Weniger ist mehr“ umdenken. Wieso gibt es so viele Strecken die einen zweiten Termin haben? Wenn man jeweils ein Rennen von:
      – Pocono
      – Michigan
      – Kansas
      – Texas
      – Dover
      – New Hampshire

      streichen würde, dann wäre man schon wieder bei 30 Rennen in der Saison, wie es größtenteils in den goldenen 90er Jahren war. Ich mein, wo ist der Sinn, wenn man zwei Strecken im Jahr besucht? Klar, Daytona, Dega, bristol, M’ville kann ich noch verstehen, doch die oben genannten Strecken haben es nicht verdient. Gibt es nur noch ein Rennen in der Nähe eines Fans, überlegt sich dieser schon mehrmals ob er die Chance wahrnehmen möchte.
      Auch finde ich, dass besonders die Eintönigkeit der NASCAR schadet. Jahr für Jahr bereist man die gleichen Strecken im Chase zum gleichen Zeitpunkt. Wieso ändert man den Schedule nicht alle, meinetwegen, zwei, drei Jahre? Klar, hier werden sich die zwei großen Streckenbetreiber quer stellen, doch es sollte auch in ihrem Interesse liegen. Mehr Abwechslung bitte!

      PS: Was mich besonders am Pocono erschreckt hat, waren die so gut wie leeren Infields. Keine Wohnmobile, keine Rednecks. Und wenn die Rednecks nun auch noch weniger werden, dann ist die NASCAR ein sinkendes Schif…

  5. Wenn ich ehrlich bin halte ich nicht besonders viel von der Idee… ich finde man sollte die anzahl der Rennen von 36 reduzieren und nur 1 mal pro Jahr auf einer Strecke zu Gast sein. Man könnte auch neue Strecken in den Kalender nehmen auch außerhalb der USA die auch als Punkterennen gewertet werden.

  6. Interessant, dass ihr darüber schreibt. Vor ein paar Tagen ging mir genau das selbe durch den Kopf, allerdings vor Pocono. Ich denke das System ist einen Versuch wert, mehr als schief gehen kann es nicht.
    Die Aussie V8 fährt auch nach diesem System und die Rennen in den USA haben mit auch gut gefallen. Es kam ja auch bei den Fans gut an.
    Vielleicht sollte Nascar es zunächst auf einem Road-Course testen und dann auf die besonders langweiligen Ovale ausweiten.
    Das ist meine Meinung zu dem Thema.

    Keep racing,
    Michael

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