Vorschau – Southern 500 in Darlington 2013

0
128

Nach Talladega steht uns ein weiteres Saisonhighlight bevor, wenn nicht sogar mit das „wichtigste“: Das ‚Southern 500‘ in Darlington ist gespickt mit Ruhm und Prestige. Obacht: Der Marathon der Nachtrennen beginnt!

Bojangles-Southern-500-Darlington-Live-11-5-2013-NASCAR-Sprint-Cup-SeriesDer Mai ist einfach nur geil! Sorry für die plumpe Wortwahl, doch es ist die Wahrheit. Mit Talladega ist das erste Saisonhighlight abgehakt worden und schon steht das nächste Rennen, welches immer gut und gern zu den besten Rennen der Saison gehört, vor der Tür: Darlington! Es ist das 110. Cup Rennen auf dieser Strecke und bringt somit jede Menge Tradition und Geschichte mit sich! Doch kommen wir kurz zurück zum Mai, bevor es mit der ausführlichen Rennvorschau los geht: Nach Darlington, stehen noch das All-Star Rennen und das harte 600 Meilen Rennen (beides in Charlotte) an. Alle drei Rennen sind Nachtrennen, doch alle drei Rennen darf man nicht verpassen, wenn man Zeit hat.

„The Track Too Tough to Tame“, „The Lady in Black“ sind nur zwei von vielen Spitznamen für das 1,366 Meilen Oval in Darlington, South Carolina. Das erste was einem Neuling auffällt, wenn dieser das Layout der Strecke sieht, ist natürlich die ungewöhnliche Form und denkt sich wahrscheinlich „Was ist denn da schief gelaufen?“. Nun, um die Ursache für dieses augenscheinliche „Missgeschick“ auf den Grund zu gehen muss man bis ins Jahr 1949 zurück reisen:

Ein gewisser Herr Harold Brassington, zurückgetretener Rennfahrer und Landwirt/Architekt, besuchte im Jahre 1948 das Weltberühmte Indianapolis 500 der heutigen IndyCar und war beeindruckt von dem Speedway und dessen Speeds. Er war sogar so beeindruckt das er sich dachte „Was die können, kann ich schon lange!“ und reiste zurück in seine Heimat nach Darlington. Dort plante er den Speedway und wollte ihm das selbe Layout des Indianapolis Motor Speedway verpassen, doch ein Grundstückbesitzer (Sherman Ramsey) machte ihm mehr oder weniger einen Strich durch die Rechung. Bei dem Kauf des Teilgrundstückes von Sherman Ramsey versprach Brassington das er den Teich von Ramsey nicht antastet. Nach einigen hin und her kalkulieren sah sich Brassington gezwungen die Westkurve enger und steiler zu gestalten, eben wegen diesem Teiches. Und genau das macht Darlington in den heutigen Tagen so ungewöhnlich und zugleich einzigartig.

Und das nicht nur heute. Schon früher galt Darlington als eines der einzigartigsten Ovale der NASCAR. Denn genau hier fand das erste 500 Meilen Rennen im Jahre 1950 statt und das erste „Superspeedway“ Rennen, doch die Bezeichnung hat der Darlington Raceway im Laufe der Jahre verloren als der Daytona International Speedway und Talladega Superspeedway gebaut wurden. Kurios: In eben diesem ersten 500 Meilen Rennen fuhren 75, in Worten fünfundsiebzig, Wagen mit! Daran ist heute gar nicht mehr zu denken. Der erste Sieger war übrigens Johnny Mantz mit neun Runden Vorsprung auf Fireball Roberts und Red Byron (der erste NASCAR Champion).

Zurück zum Fischteich: Auch heute ist der Teich immer noch ein Dorn im Auge der heutigen Besitzer (International Speedway Coporation), denn dieser besteht immer noch und verhindert eine Aufstockung der Tribünen. Zur Zeit sind „lediglich“ 65.000 Plätze vorhanden. So wurde auch die Start/Ziel Gerade auf die andere Seite gelegt, damit diese vor der großen Haupttribüne liegt.

2007 war es soweit und es gab nach 57 Jahren die erste Neuasphaltierung des Speedways. Da der Asphalt in all den Jahren natürlich signifikante Bodenwellen bekam, gehörte dies im Grunde schon zum Inventar der Strecke. Auf Drängen der Fahrer und Zuschauer überlegte sich die ISC wie man die Bodenwellen auf den neuen Belag übertragen könnte. Die Lösung war: Man scannte die Strecke vorher ab. Und somit hat man auch heute noch die meisten Bodenwellen, wie vor der Neuasphaltierung. Ihr seht, hinter dieser Strecke stecken tatsächlich jede Menge Geschichten und man könnte noch weiter ausholen, aber das lassen wir lieber und konzentrieren uns auf das hier und jetzt!

Dieses Wochenende könnten wir sogar eine richtig tolle Story erleben, oder besser gesagt eine weitere tolle Story nach dem die Underdogs von Front Row einen Doppelsieg in Talladega landen konnten. Guckt man nämlich auf die Statistiken, ist Denny Hamlin von Joe Gibbs Racing der absolute Favorit in Darlington. Und jetzt kommts: Denny Hamlin wird sein erstes volles Rennen nach seiner Verletzung aus Fontana fahren und startet somit die Aufholjagd für den Chase Einzug! Auch für seine Teamkollegen stehen die Chancen gar nicht so schlecht, insbesondere für Kyle Busch. Mit einem Sieg, zwei Top 5’s und 4 Top 10’s in insgesamt acht Starts riecht ziemlich nach Favoritenrolle und auch Matt Kenseth sollte man nicht abschreiben, der zur Zeit in einer blendenden Verfassung ist und Talladega größtenteils dominierte. Allerdings spricht die Statistik mit einem 17.7 Durchschnittsfinish zur Zeit gegen ihn in Darlington, doch ich erwarte das er dies deutlich unterbieten wird am Samstag/Sonntag.

Nächster Topfavorit ist ganz klar, sehr überraschend, Jimmie Johnson und seine Hendrick Motorsports Crew. Mit drei Siegen und etlichen Top 5’s hat er ein Durchschnitt von 9.7 im Ziel und ist zur Zeit, so wie eigentlich immer, in einer blendenden Verfassung. Er führt die Meisterschaft an, hat schon zwei Siege auf dem Konto und Hendrick Motorsports läuft zur Zeit gut. Übrigens: Joe Gibbs Racing und Hendrick Motorsports haben die letzten 8 von 10 Rennen gewonnen! Absoluter Dominator in Darlington ist allerdings Jeff Gordon mit sieben Siegen und jede Menge anderen Top Platzierungen (18x Top 5, 21x Top 10, insg. 32 Starts), der letzte Sieg von ihm stammt aus dem Jahre 2007. Vielleicht platzt ja diesmal der Knoten. Für Kasey Kahne lief es in den letzten zwei Rennen eher bescheiden, doch Darlington könnte wieder ein Aufschwung darstellen. Zwar konnte er noch nie auf der „Lady in Black“ siegen, sammelte aber ein paar Top 10 Platzierungen. Letztes Jahr fuhr er auf die achte Position und ich denke das er in die Top 10 fahren wird.

Auch gehört Penske Pilot und Sprint Cup Champion Brad Keselowski zu den Favoriten auf meinem Zettel. In lediglich vier Starts (!) fuhr er einmal in die Top5 und zweimal in die Top 10 und belegt Platz 3 im Durchschnitt der aktiven Fahrer. Zwar konnte er diese Saison noch kein Sieg ergattern, doch trotzdem läuft es gut für ihn, was Platz 5 in der Meisterschaft durchaus bestätigt. Joey Logano wird wahrscheinlich um die Top 10 fahren.

Nicht vergessen darf man Martin Truex Jr., der ähnlich wie Brad Keselowski eine geringe Anzahl an Rennen in Darlington auf dem Konto hat und noch keinen Sieg verbuchen konnte. Doch auch er ist recht konstant unterwegs gewesen in den letzten Jahren und seine Form passt zur Zeit. Zwar denke ich nicht das er um den Sieg beim ‚Saturday Night Race‘ fahren wird, doch um die Top 5 wird er sicherlich fahren, gleiches gilt für seine Michael Waltrip Racing Teamkollegen Mark Martin und Clint Bowyer.

Letzte Woche gewann ein Underdog das Talladega Rennen und somit ist man eigentlich fast gezwungen noch einmal in der Vergangenheit zu wühlen: 2011 feierte Regan Smith seinen ersten Sprint Cup Erfolg mit Furniture Row Racing, die gleichzeitig als Team den ersten Sieg im Sprint Cup holten. Zwar ist die ‚Underdog-Sieg-Wahrscheinlichkeit‘ in Darlington nicht all zu hoch, doch wir alle wissen: In der NASCAR ist nichts unmöglich.

Übrigens: Im Februar gab es einen Reifentest in Darlington von Goodyear. Dort testeten Carl Edwards, Martin Truex Jr., Paul Menard, Denny Hamlin und Juan Pablo Montoya das neue Gen6 und brachten den Wagen auf Topspeeds von bis zu 193 Meilen pro Stunde laut den Piloten. Offizielle Zeiten gab es allerdings nicht. Allerdings waren sich alle einig: Der Qualifying Rekord (181.254 mph im Durchschnitt) von Kasey Kahne aus dem Jahr 2011 wird auf jeden Fall überboten werden.

Die statistischen Top 10 in Darlington:

  1. Denny Hamlin – 5,9
  2. Jimmie Johnson – 9,1
  3. Brad Keselowski – 9,2
  4. Martin Truex Jr. – 11,3
  5. Tony Stewart – 11,8
  6. Jeff Gordon – 11,8
  7. Jeff Burton – 12,3
  8. Mark Martin – 12,4
  9. Ryan Newman – 12,4
  10. Carl Edwards – 13,1

Entry Liste

  • 44 Wagen sind gemeldet
  • Denny Hamlin wieder Stammfahrer in der #11.

[hide-this-part morelink=“Komplette Entry Liste für das Southern 500″]

 

Wagennummer Fahrer Team
1 Jamie McMurray Earnhardt / Ganassi
2 Brad Keselowski Penske Racing
5 Kasey Kahne Hendrick Motorsports
7 Dave Blaney Tommy Baldwin Racing
9 Marcos Ambrose Richard Petty Motorsports
10 Danica Patrick Stewart / Haas Racing
11 Denny Hamlin Joe Gibbs Racing
13 Casey Mears Germain Racing
14 Tony Stewart Stewart / Haas Racing
15 Clint Bowyer Michael Waltrip Racing
16 Greg Biffle Roush Fenway Racing
17 Ricky Stenhouse Jr. Roush Fenway Racing
18 Kyle Busch Joe Gibbs Racing
19 Mike Bliss Humphrey Smith Racing
20 Matt Kenseth Joe Gibbs Racing
22 Joey Logano Penske Racing
24 Jeff Gordon Hendrick Motorsports
27 Paul Menard Richard Childress Racing
29 Kevin Harvick Richard Childress Racing
30 David Stremme Swan Racing
31 Jeff Burton Richard Childress Racing
32 Timmy Hill FAS Lane Racing
33 Landon Cassill Circle Sport
34 David Ragan Front Row Motorsports
35 Josh Wise Front Row Motorsports
36 J.J. Yeley Tommy Baldwin Racing
38 David Gilliland Front Row Motorsports
39 Ryan Newman Stewart / Haas Racing
42 Juan Pablo Montoya Earnhardt / Ganassi
43 Aric Almirola Richard petty Motorsports
44 Scott Riggs Xxxtreme Motorsports
47 Bobby Labonte JTG Daugherty Racing
48 Jimmie Johnson Hendrick Motorsports
51 A.J. Allmendinger Phoenix Racing
55 Mark Martin Michael Waltrip Racing
56 Martin Truex Jr. Michael Waltrip Racing
78 Kurt Busch Furniture Row Racing
83 David Reutimann BK Racing
87 Joe Nemechek Nemco Motorsports
88 Dale Earnhardt Jr. Hendrick Motorsports
93 Travis Kvapil BK Racing
95 Scott Speed Leavine Family
98 Michael McDowell Phil Pharsons Racing
99 Carl Edwards Roush Fenway Racing

[/hide-this-part]

Das Wetter

Das Wetter in Darlington, South Carolina sieht recht gut aus. Zwar besteht momentan eine 10% Regenchance für den Freitag und 20% am Samstag, doch das sollte nichts bedrohliches werden, denn wir sehen es einfach mal anders rum: Die Chance für kein Regen steht bei 90% am Freitag und am Samstag bei 80%, klingt doch gut oder nicht? 😉 [Daten stammen von weather.com ; Stand 7.05.2013]

Sonstiges

  • MotorvisionTV sendet nicht Live.
  • Alle Zeiten für das Wochenende findet ihr >hier.
  • Tippspiel Deadline endet um 23:10 Uhr am Freitag.
  • Wir haben vor kurzem einen kleinen Aufruf gestartet: Eure persönliche NASCAR Story!
 

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.