NASCAR @ Daytona 2013 (2/3)

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[singlepic id=2279 w=320 h=240 float=left]Sonntag nehmen wir uns eine Speedway-Auszeit, weil es nur die Sprint Cup Quali für’s Daytona 500 gibt. Also langweiliges Einzelzeitfahren. Lieber Orlando mal angucken, denken wir uns, und landen in einem schönen Lokal in so einer Art Westernstadtstraße. War richtig lecker, die Sonne scheint richtig von oben, der Himmel blau, alles echt perfekt. Wenige Meter weg ist eine Bahnlinie inklusive Bahnübergang. Ein Erlebnis, so im Vergleich zu Deutschland. Hierzulande stehst du eine gefühlte halbe Ewigkeit vor der Schranke, bis endlich mal ein Zug vorbeituckert. Hier hörst du den Zug, der so wie ein richtiger Zug klingt, so mit klingeln und läuten und so, irgendwann blinken dann die Lichter am Bahnübergang, dann gehen die Schranken runter, und schon ist der Zug da, keine 10 Sekunden später.


Der Güterzug ist cooler als der Personenzug. Wir beschließen, weiter zu ziehen, und landen an einem schönen See, mitten in der Stadt, umgeben von Hochhäusern. Sowas wie eine Innenstadt-Fußgängerzone finden wir nicht, falls es sowas überhaupt gibt. Stattdessen gehen wir nochmal uns Café von vorher und fahren irgendwann wieder zurück. Super Tag, trotz NASCAR-Entzug. Das soll sich aber die nächsten beiden Tage wieder ändern. Also das mit dem NASCAR-Entzug.

Ganz was neues: Shorttrack-Action

Es ist Montag. Heute und morgen wird das „Battle at the beach“ ausgefahren, ein komplett neues Event in Daytona. Das große Oval hat in diesen beiden Tagen Pause, stattdessen wird auf der Gegengerade ein Shorttrack aufgebaut, nicht einmal eine halbe Meile lang. Wir sind da und ich kaufe die Tickets direkt im Auto. Dann geht es im Mietwagen unter der Haupttribüne durch auf die Strecke! Der Parkplatz ist nämlich in Turn 2 des Speeways, schön Ami-gerecht direkt am Geschehen. Ich darf Turn 1 und den halben Turn 2 im Fiesta selber fahren! „Below the yellow line!!!“ schreit ein Helfer. Also nur auf dem Apron. Ich beschließe, trotzdem mal Gas zu geben und komme immerhin auf 60 mph in Turn 1, ehe ich wieder vom Gas muss. Schon geil, wenn du da auf dem Apron fährst, rechts neben dir die gewaltige Wand aus Asphalt.

Das erste Training geht los. Mir gefällt’s sofort wahnsinnig gut: Du siehst die ganze Strecke und vor allem: es ist endlich laut, richtig laut. Wir setzen uns ganz nach oben, neben die Spotter, der Übersicht halber, da geht es, aber ganz unten auf den untersten Reihen ist es echt richtig, richtig laut. Endlich habe ich das Dauergedröhne, das ich so lange vermisst habe. Endlich sieht man nicht nur Action, man hört sie auch. Aber so, dass es nicht unangenehm ist. Unten, am Zaun, da braucht man Schutz für die Ohren, zumindest wenn man sich das komplette Rennen von da reinzieht. Aber oben, da ist der Sound da, aber es tut nicht weh. Man kann sich noch unterhalten. Die Sonne geht unter. Nach den ersten kurzen Qualirennen gibt es jetzt das erste große 150-Runden Rennen.

[singlepic id=2357 w=320 h=240 float=right]Die Atmosphäre ist genial. Der Himmel rötlich, im Hintergrund schimmert das Wasser des Sees im Flutlicht, weiter hinten die mächtige Haupttribüne des Speedways. Hinter unserer Tribüne sieht man den Flughafen, Flieger landen und starten. Und einer startet durch. Es sind einige Zuschauer da, aber es ist bei weitem nicht ausverkauft. Es ist also nicht so voll und eng wie bei den Rennen auf dem Superspeedway. Das Rennen ist hart umkämpft, spannend, einfach super, auch wenn ich keinen einzigen Fahrer kenne. Ein gewisser Kyle Larson gewinnt, indem er den Führenden in der allerletzten Kurve von der Strecke dreht.

Beim rausfahren ist das nicht ganz so geil, im Mietwagen durch Turn 1, weil es staut sich. Aber gut, es gibt schlimmeres, so kann man nochmal die Wand aus Asphalt angucken. Wir suchen eine Burgerbude in der Nähe. Die Zeit drängt, es ist halb 10 und um 10 machen die meisten Fressbuden zu. Wir landen im Five Guys, eine echte Ami-bude mit richtig geilen Ami-Burgern. Mir schmeckt’s, von allen Burgern bisher ist das, wenn auch sehr knapp, mein Favorit. Gestärkt fahren wir zur Automatenfressecke auf dem Rastplatz und von da aus zur Unterkunft.

Weil’s gestern so schön war: heute wieder Battle at the Beach, diesmal sogar mit 2 Hauptrennen unter Flutlicht. Aber zuerstmal: Stau. Nicht auf der Interstate, nein, auf dem „Turn 1 Plaza“, der riesigen Fläche am Speedway bei Turn 1. Die Einfahrt wurde noch nicht geöffnet, wir müssen warten. Heute ist mehr los als gestern. Wir schauen ein paar Männern zu, wie sie die Nationwide-Teamtrucks blitzeblank polieren. Irgendwann geht’s dann rein, wieder durch Kurve 1, leider unter der gelben Linie und leider im Schneckentempo. Wir setzen uns auf die Tribüne und genießen die Qualirennen in der prallen Mittagssonne. Ich bekomme Sonnenbrand am linken Ohr.

„HEY, JOEY LOGANO!!!!“, brüllt so ein Typ hinter mir und zeigt auf mich. „JOEY LOGANO“, nochmal, dass es auch jeder mitbekommt. Gut, eine gewisse Grundähnlichkeit ist mit Sicherheit nicht von der Hand zu weisen, aber übertrieben kann man‘s eben immer. Jedenfalls labert er uns mehrere Minuten lang zu, wobei seine Sätze nahezu ausschließlich aus dem f-Wort bestehen. Ich bin froh, als er wieder weg ist.

Das erste große Rennen ist lustig. Whelen Modified Tour. Es kracht in nahezu jeder Runde, unglaublich viel Gelb, aber eben auch viel Action. Extrem kurzweilig das Ganze. Danach noch die K&N Serie, allerdings mit nicht so viel Gelb. In beiden Zieleinläufen wird der Führende in der jeweils letzten Runde von der Strecke geschoben, wie gestern auch schon. DAS ist Shorttrack-Racing! Es ist dank der langen Rennen schon spät, nach 11 p.m. Wir fahren zurück nach Kissimmee. Nach erneutem Stau in Kurve 1.

Sonne, Strand und Burger!

[singlepic id=2592 w=320 h=240 float=left]Auf nach Daytona Beach! Gut, nichts ungewöhnliches, wie jeden Tag eben. Nur diesmal wirklich vorbei am Speedway, weiter östlich, an den Beach von Daytona Beach. Wir zahlen 5 Dollar und dürfen auf dem Strand fahren! Es gibt da so Fahrspuren, Speedlimit 10 mph. Und da wurden früher Rennen ausgetragen! Schon ein hammer Gefühl, da selber mal zu cruisen. Wir beschließen dennoch, mal zu Fuß weiter zu gehen und landen bei Crabby Jo’s. Super Atmosphäre, so direkt über dem Meer (das ganze Restaurant steht auf Holzbalken über dem Strand beziehungsweise dem Wasser. Der Burger schmeckt mir. Wir gehen weiter.

Wir wollen ins North Turn. Eine Pflichtkneipe für jeden NASCAR-Freak, auch direkt am Strand, da wo eben früher die Nordkurve war. Wir erfahren, dass wir noch 2 Meilen laufen müssten. Wir beschließen, zurück zum Auto zu gehen (was auch schon sehr weit ist), und dann auf der Straße, die parallel zum Strand verläuft, zum North Turn zu fahren. Gesagt, getan, und irgendwann sind wir dann da und trinken einen Kaffee. Das Lokal ist halb Restaurant und halb Museum. Echt hammer das Ganze, überall Zeitungsberichte und andere Erinnerungen von den Rennen von damals. Wir fahren zurück Richtung Speedway und dann zur Hütte von den motorsport-total.com und Motorvision TV Leuten. Die haben da so ein Haus, ein kunterbuntes Haus. Und Budweiser.
Das reicht natürlich nicht, also ab zum Essen. Vorher aber noch „Männer-Shopping“, also ab in einen großen NASCAR-Fanshop in Daytona. Dann essen. Ich nehme einen Hotdog. Schmeckt. Wir fahren zurück nach Kissimmee.

Donnerstag. Budweiser Duel Tag. Heute ist schon mehr los als am Wochenende zuvor. Zum ersten Mal kann ich nicht direkt an der Frontstretch parken, das sind jetzt alles Behindertenparkplätze. Ich muss zwei Meilen weg vom Speedway parken, auf einem riesig großen Acker. Von da aus geht es mit Schulbussen, also mit diesen gelben Kisten, direkt zur Strecke. Super organisiert alles: die Busse fahren nur wenige Meter auf öffentlichen Straßen, den Rest der Strecke legen sie auf so Schotterpisten durch die Pampa zurück. Und wenn eine Straße gekreuzt werden muss, halten Polizisten den Verkehr an, um die Busse ohne Zeitverlust zur Strecke und zurück zu bringen. Jo kauft noch Karten für morgen, während ich zuerst den Sitzplatz und dann die Fanzone auschecke.

Vor den Duels gehe ich auf die Strecke, das kann ich ja dank Fanzone-Ticket. Zumindest im Bereich des Triovals kann man sich frei bewegen. Selbst im Trioval ist das Banking durchaus spürbar, das sieht im TV immer so flach aus. Ich unterschreibe auf der Ziellinie und begebe mich zurück auf die Tribüne. Die Duels selbst sind zu kurz. Danach gibt’s noch ein bisschen Truck Training. Und dann gibt’s Burger im Cruisin Cafe in Daytona. Ich finde den Burger ganz okay, aber die bisherigen waren dann doch besser. Noch schnell Fotos von Kim und Jo machen. Süß. Wir fahren zurück nach Kissimmee.

Noch mehr Sonne
Freitag. Wir schauen das Sprint Cup Training am Vormittag. Anne ist heute mal dabei. Nach dem Training schlendern wir durch den Fan-Bereich mit den Merchandise-Trucks. Obwohl wir da schon mehrmals waren, finden wir immer wieder neue Sachen, die wir eigentlich ganz gerne hätten. Am Nachmittag sind nur die Quali-Läufe von Trucks und Nationwide. Wir beschließen, auch aufgrund der sehr warmen Wetters, gegenüber vom Speedway in ein Cafe zu sitzen und Bier (Anne und Jo) bzw. Cola (ich) zu trinken. Der Tag ist also genau so perfekt wie es sich anhört, zumal der „Fresh Mexican Grille“, bei dem wir uns erfrischen, auch freies W-LAN anbietet. Das ist übrigens Standard in den USA. Nach mehreren Dosen purer Erfrischung bekommen wir dann, kurz bevor wir Richtung Strecke aufbrechen, auch noch Taschen mit allerlei Allerlei geschenkt. Super freundlich, die Amis! Ich freue mich auf das Truck-Rennen gleich.

[singlepic id=2752 w=320 h=240 float=left]Wir sitzen heute mal Ausgang Kurve 4, freie Platzwahl muss man eben mal ausnutzen. Vor dem Rennen schauen wir uns die Fahrerpräsentation direkt von der Boxengasse aus an. Schon cool, wenn die Fahrer nur ein paar Meter entfernt von dir vorbeifahren. Leider erkenne ich nur sehr wenige Truck-Piloten am Aussehen. Egal, schnell zurück zur Tribüne, gleich geht’s los!

Das Rennen ist gigantisch, die Stimmung auf der Tribüne einfach nur super! Es macht vermutlich auch am TV Spaß. Endlich gefällt mir auch mal ein Rennen auf dem großen Oval richtig gut. Durchgehend 2-wide, oft zu dritt nebeneinander, das sieht schon klasse aus. Und das nachts unter Flutlicht. Und man fragt sich, wie die das so machen, dass es nicht öfter kracht. Leider ist das Rennen viiiiel zu kurz. Ich hoffe, das Nationwide-Rennen bzw. das Daytona 500 werden genauso geil. Und wie könnte man einen solch tollen Tag besser ausklingen lassen als mit einem Burger bei Denny’s und einem Stopp beim Fressautomatenparkplatz? Das denken wir uns auch und tun genau das. Der Cheeseburger bei Denny’s ist super.

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