Kyle Busch siegt im verrückten Kalifornien Rennen

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Langweilig sollte es werden haben viele gesagt. Nichts da! Das Rennen in Fontana hatte alles was man sich wünscht. Gutes Racing, Kontaktsport und ein phänomenales Finish. Kyle Busch siegt als lachender dritter und ging in der letzten Kurve an den crashenden Joey Logano und Denny Hamlin vorbei. Hamlin im Krankenhaus, ist aber Okay!

Als Mike Joy, FOX Kommentator, sein traditionelles „Have you ever?“ in dem Raum warf, wurde dies mehrmals verneint, auch von mir als ich nervös vor meinem Fernseher saß. So ein dramatisches Rennen habe ich persönlich noch nicht Live miterlebt und so ein Rennen wird man auch nicht so schnell vergessen. Dieses Rennen hat nicht mehr an die alten Fontana Rennen erinnert, sondern an die goldenen 90er Jahren. Unglaubliches Rad an Rad Racing im gesamten Rennen und 17 Führungswechsel an der Spitze. Das Finish toppte dann alles, als es zum Showdown zwischen den zwei Rivalen Joey Logano und Denny Hamlin kam und diese in der letzten Kurve nebeneinander crashten, um Kyle Busch die Tür aufzumachen und die Chance gaben dieses Rennen zu gewinnen und sein Wochenend Sweep zu perfektionieren. Sowohl das Nationwide Rennen, als auch das Sprint Cup Rennen gewann „the wild thing“ in dieser Woche. Doch das Rennen war nach der karierten Flagge noch nicht zu Ende. Es gab eine kleine Rauferei zwischen Tony Stewart und Logano. Smoke verurteilte Logano für sein sehr hartes Racing und einen mehrmaligen Block gegen ihn selber bei dem letzten Restart, doch nicht nur Fäuste flogen sondern auch Worte. Denny Hamlins Unfall trübt allerdings den Abend, als er in ein Krankenhaus gebracht worden war. Doch den Umständen entsprechend ist er okay und war immer ansprechbar. Doch alles der Reihe nach…

Als der Start auf dem 2 Meilen Oval in Fontana, Kalifornien erfolgte ahnte wohl niemand was für Ausmaße dieses Rennen nehmen würde. Wie in den Jahren zuvor konnte man in den ersten Runden tolles Side-by-Side Racing beobachten, als die Piloten sogar hin und wieder zu fünft nebeneinander auf der sehr breiten Strecke gefahren ist, doch auch während den langen Grünphasen konnte man tollen und engen Motorsport beobachten ohne das sich die führenden Wagen großartig streuten, während das Mittelfeld dann doch hin und wieder 20 Sekunden Rückstand hatten. Doch das störte nicht, denn der amerikanische Sender FOX und deren Regie haben wohl aus den vergangenen Wochen gelernt und haben auch das Mittelfeld bei den Positionskämpfen gezeigt.

Die erste Aufregung gab es dann in Runde 37 von 200, als mehrere Wagen an der gleichen Stelle Ausgangs Turn 2 in die Mauer rutschten und sich so ihren Wagen nicht wenig beschädigten. Unter anderem Kurt Busch, Kasey Kahne, Clint Bowyer, Brad Keselowski (alle mit einem starken Wagen zu dem Zeitpunkt), Jeff Gordon und Mark Martin waren involviert. Auslöser war ein Motorschaden von dem Rookie Timmy Hill in der #32 von FAS Racing. Um so bemerkenswerter war dann die Aufholjagd von Kurt Busch und Kasey Kahne. Beide Fahrer mussten mehrmals in die Box während der Caution um den Wagen zu reparieren, verloren allerdings keine Runde und konnte so wieder voll angreifen. Es dauerte seine Zeit bis sie wieder vorne waren, doch sie schafften es. Kurt Busch kam als fünfter ins Ziel und hatte auch geringe Siegchancen, doch die Konkurrenz war an diesem Tag zu stark. Auch Hendrick Pilot und Bristol Sieger Kasey Kahne war zwischenzeitlich auf Platz 2 vorzufinden, doch hatte an diesem Tag nicht das nötige Fahrzeug um, um den Sieg mitzufahren. Letztendlich war es aber mit Platz 9 ein weiteres Top 10 Ergebnis.

Das Rennen setzte sich weiter fort wie oben schon beschrieben, also springen wir in die kontroverse Schlussphase:

25 Runden vor Schluss führte der dominante Gibbs Pilot Kyle Busch das Feld mit einem guten Vorsprung an, als NASCAR Oldie Mark Martin die Kontrolle über sein Fahrzeug Ausgangs Turn 2 verlor und sich in David Gilliland hineindrehte. Das Bild vorne an der Spitze veränderte sich nach dem Restart bei 22 Runden auf der Uhr nicht und alles sah danach aus das Kyle Busch wie schon am Vorabend in der Nationwide Series gewinnen sollte, doch die nächste und letztendlich letzte Caution machte ihm vorerst ein Strich durch die Rechnung. Clint Bowyers Motor verweigerte seinen Dienst bei 15 Runden vor Schluss und verabschiedete sich mit reichlich papstlichem Rauch. Für den einen war die Caution Leid, für den anderen Freud. Denny Hamlin, der eine Caution zuvor vier neue Reifen holte dann aber nochmal in die Box musste weil eine Radmutter vergessen wurde. Dann war es soweit und es sollte zum finalen 11 Runden Showdown kommen. Die erste Position hatte Kyle Busch, neben Joey Logano, Kurt Busch und Tony Stewart, der direkt hinter Logano war. Hamlin dagegen war nur 14.

Noch auf der Frontstretch versuchte der dreimalige Sprint Cup Champion Tony Stewart übers Apron seinen Vordermann Joey Logano zu überholen, dieser allerdings machte mehrmals die Tür zu um seinen Fehler (durchdrehende Reifen beim Restart) wett zu machen und seine Trackposition zu wahren. Kurt Busch, Hintermann von Kyle Busch, versuchte es außen an der Mauer vorbei zu gehen was allerdings nicht aufging. Seine nächste Chance war dann Eingans Turn 3, als bis aufs Apron hinunterzog und wieder 3 Wide mit der Spitze (Logano/KyBusch) ging, doch auch das funktionierte nicht und musste seinen jüngeren Bruder und Logano ziehen lassen. Vier Runden später, also 7 Runden noch zu fahren, waren dann die Top 3 perfekt. Ausgangs Turn 4 gingen Kyle Busch, Denny Hamlin und Joey Logano 3 Wide für die Führung. Die Rivalen gingen gemeinsam an Busch vorbei, der ersteinmal die beiden Hitzköpfe ziehen lassen musste und sich so den Showdown von etwas weiter hinten ansehen durfte. Bis Hamlin eine Chance hatte neben Logano zu fahren dauerte es bis zur weißen Flagge. Auf der Gegengeraden waren sie schließlich nebeneinander, berührten sich mehrmals was mich an das Finish von Darlington 2001 zwischen Ricky Craven und Kurt Busch erinnern lies doch es sollte noch besser kommen. Logano, der die untere Linie fuhr berührte Hamlin dann schließlich in Turn 4 unsanft was beide in die Mauer schickte. Kyle Busch konnte 3 Wide gehen und sich so auch den Sprint Cup Sieg sichern. Hamlin drehte sich Richtung Infield und schlug hart in die Mauer ohne Safer Barrier. Zwar konnte er sein Fensternetz lösen, was immer ein Zeichen für die Streckenposten ist das der Fahrer Ok ist, doch brach beim Austeigen aus dem Wagen zusammen und wurde per Helikopter, aufgrund der Staus am Speedway nach dem Rennen, in ein lokales Krankenhaus gebracht. Laut seinem Crewchief Darian Grubb und seiner Frau geht es ihm den Umständen entsprechend gut, beklagt sich aber über Rückenschmerzen. Wir alle hoffen das es ihm bald wieder gut geht und er schon in Martinsville wieder in sein Wagen steigen kann!

Logano kam noch als dritter ins Ziel, direkt hinter Dale Earnhardt Jr. der die Führung in der Meisterschaft übernehmen konnte. Carl Edwards und Kurt Busch komplettierten etwas überraschend die Top 5. Auf 6 kam Greg Biffle ins Ziel, sein Ex-Teamkollege Matt Kenseth auf 7 und die Chevrolet Piloten Paul Menard, Kasey Kahne und Ryan Newman runden die Top 10 von Fontana ab.

Doch wer dachte das es schon vorbei ist, sollte sich täuschen. Ein paar Minuten später gab es, wie schon in Bristol, eine Rangelei mit Joey Logano. Doch diesmal nicht mit der Crew von Denny Hamlin sondern mit Tony Stewart persönlich, der ihn zur Rede für sein aggressives blocken beim finalen Restart stellen wollte. Laut seiner Aussage aber schmiss Logano eine Wasserflasche auf ihn, was dann für die Eskalation der Grund war; Fäuste flogen ebenfalls in dem Moment. In einem amüsanten Interview mit Stewart hörte man jede Menge Pieptöne, doch es war klar verständlich was und wen er meinte. Später nannte Stewart Logano ein „reiches Kind was noch nie arbeiten musste“ und versprach das er ihn in die Mauer schicken wird, egal welche Runde es ist um ihm eine Lektion zu erteilen. Sowas ähnliches sagte er auch schon zu Kenseth nach dem August Rennen in Bristol, was dann schließlich aber heiße Luft war.

Es bleibt also abzuwarten ob Stewart Taten sprechen lässt, doch über das Blocken sollte er sich nicht aufregen, denn genau das tat auch er in der Vergangenheit schon oft genug. So zum Beispiel in Talladega 2008 als er in der letzten Runde Regan Smith fast ins Infield drängte und ihn somit zur Disqualifikation trieb da Smith hinter der gelben Linie überholte.  Oder auch bei dem Daytona 500 2006, als er Kenseth ins Infield schickte und dieser fast mit 200 Meilen pro Stunde Turn 3 und Turn 4 kreuzte und in fahrende Fahrzeuge krachte. Die Ironie bei der Geschichte: Stewart sagte während den Speedweeks 2006, das, wenn man so weiterfährt, in den nächsten fünf Jahren ein weiteren Todesfall ertragen müsste. Oder wie wäre es mit dem Beispiel „Talladega 2012“, als er Waltrip blocken wollte und so einen Big One mit 25 Wagen auslöste? Versteht mich nicht falsch, ich mag Stewart da er seine Meinung immer offen ausspricht und auch gestern wieder Teilweise Recht hat. Doch auch er sollte manchmal erst nachdenken was er von sich gibt und sich an seine eigene Nase packen sollte.

Weiteres aus dem Rennen:

  • Bisschen untergegangen ist der Reifenplatzer von Bobby Labonte, als die Führenden in die letzte Runde gingen. Die NASCAR entschied sich allerdings gegen eine Caution das Labonte seinen Wagen noch halten konnte.
  • Die Hendrick Piloten Jeff Gordon und Jimmie Johnson hatten ebenfalls nicht ihren besten Tag und fuhren lange lediglich in den Top 20 oder schlechter. Doch mit neuen Reifen für den letzten Restart konnte sie noch bis auf P11 und P12 vorfahren.
  • Ein weiterer schwarzen Tag gab es bei Earnhardt / Ganassi. Montoya musste schon früh aufgrund Getriebe Problemen in die Box und kam mit 31 Runden Rückstand ins Ziel was Platz 38 bedeutet. Sein Teamkollege McMurray fuhr auf Platz 19, war aber lange in den Top 10 vorzufinden.

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Pos. Fahrer Runden Punkte
1 Kyle Busch 200 48
2 Dale Earnhardt Jr. 200 42
3 Joey Logano 200 42
4 Carl Edwards 200 40
5 Kurt Busch 200 39
6 Greg Biffle 200 38
7 Matt Kenseth 200 38
8 Paul Menard 200 36
9 Kasey Kahne 200 35
10 Ryan Newman 200 34
11 Jeff Gordon 200 33
12 Jimmie Johnson 200 32
13 Kevin Harvick 200 32
14 Aric Almirola 200 30
15 Casey Mears 200 29
16 AJ Allmendinger 200 28
17 Jeff Burton 200 27
18 Martin Truex Jr. 200 26
19 Jamie McMurray 200 25
20 Rick Stenhouse Jr. 200 24
21 Dave Blaney 200 23
22 Tony Stewart 200 23
23 Brad Keselowski 200 21
24 David Ragan 200 21
25 Denny Hamlin 199 20
26 Danica Patrick 199 18
27 J.J. Yeley 199 17
28 Bobby Labonte 198 16
29 David Gilliland 198 15
30 Landon Cassill 194 14
31 David Stremme 193 13
32 Joe Nemechek 193 0
33 David Reutimann 192 11
34 Travis Kvapil 188 11
35 Clint Bowyer 184 9
36 Marcos Ambrose 182 8
37 Mark Martin 179 7
38 Juan P. Montoya 169 6
39 Timmy Hill 108 5
40 Josh Wise 103 0
41 Scott Riggs 66 3
42 Michael McDowell 60 2
43 Mike Bliss 44 0

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Meisterschaft

Mit einem zweiten Platz konnte Dale Earnhardt Jr. die Führung in der Meisterschaft übernehmen und fuhr zum fünften Mal im fünften Rennen in die Top 10, was der beste Saisonstart in seiner Karriere ist. Keselowski ist aufgrund seines 23. Platz „nur“ noch zweiter, hat aber lediglich nur 12 Punkte Rückstand auf Earnhardt Jr. Die Top 5 komplettieren Jimmie Johnson (-16), Carl Edwards (-35) und Greg Biffle (-35).
[hide-this-part morelink=“Gesamtstand nach Fontana“]

Pos. Fahrer Punkte
1 Dale Earnhardt Jr. 199
2 Brad Keselowski -12
3 Jimmie Johnson -16
4 Greg Biffle -35
5 Carl Edwards -35
6 Kyle Busch -36
7 Kasey Kahne -40
8 Paul Menard -45
9 Joey Logano -53
10 Denny Hamlin -54
11 Matt Kenseth -58
12 Ricky Stenhouse Jr. -60
13 Clint Bowyer -62
14 Kurt Busch -62
15 Kevin Harvick -69
16 Jamie McMurray -74
17 Aric Almirola -74
18 Jeff Gordon -76
19 Martin Truex Jr. -77
20 Ryan Newman -78
21 Casey Mears -81
22 Tony Stewart -91
23 Marcos Ambrose -92
24 Jeff Burton -94
25 Mark Martin -97
26 JJ. Yeley -107
27 AJ Allmendinger -107
28 Dave Blaney -110
29 Danica Patrick -112
30 Juan P. Montoya -116
31 Bobby Labonte -117
32 David Ragan -125
33 David Reutimann -125
34 David Gilliland -135
35 David Stremme -136
36 Travis Kvapil -142
37 Michael McDowell -159
38 Landon Cassill -160
39 Terry Labonte -162
40 Scott Speed -167
41 Michael Waltrip -176
42 Ken Schrader -182
43 Timmy Hill -194
44 Scott Riggs -196

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Diese Woche hat die NASCAR ihre erste Pause bevor es nach Martinsville, ein Shorttrack, geht. Man darf gespannt sein was dort alles passieren wird, denn diese Strecke eignet sich recht gut für einen Payback, allerdings muss man abwegen welche Strafen die NASCAR ausspricht. Sie haben schon angekündigt das man die Rauferei zwischen Stewart und Logano untersuchen wird. Dieses Rennen wird die Quoten jedenfalls in die Höhe schießen lassen, da kann man sich sicher sein!

 

3 Kommentare

  1. Das war ja auch keine Revanche, sondern mehr ein Rennunfall zwischen zwei Piloten die nicht nachgeben wollten und unbedingt gewinnen wollten. Hätte Logano unbedingt Hamlin abschießen wollen, hätte er schon so viele Chancen vorher gehabt, sogar in Bristol war er schon hinter ihm.

  2. Naja, das Blocken von Logano war nicht nur gegen „Smoke“, ich habe mehrere solcher Aktionen auch gegen andere Fahrer bemerkt und hab mich tierisch aufgeregt weil das für mich überhand nahm.
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