AdvoCare 500: War das die Entscheidung?

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Wars das für Johnson? (nascar.com)
Was für ein Rennen! Nach 230 Runden gepflegter Langeweile über schlugen sich die Ereignisse beim vorletzten Sprint Cup Rennen der Saison: Massencrash, Massenschlägerei, massig Glück und massig Pech bestimmten das letzte Renndrittel auf dem Phoenix International Raceway. Doch der Reihe nach.


Nachdem Kyle Busch alle Trainings sowie das Qualifying für sich entscheiden konnte, war es nicht wenig verwunderlich, dass er die Pole beim Rennstart in eine Führung ummünzte und dem Feld davoneilte. Halbwegs folgen konnte nur Teamkollege Denny Hamlin, der Busch am Ende des Stints sogar überholen konnte. Die beiden Meisterschaftsfavoriten Keselowski und Johnson waren im Mittelfeld gestartet und konnten sich nur langsam nach vorne arbeiten.
Der erste echte Aufreger des Rennens kam erst in der 235. von 312 geplanten Rennrunden: Jimmie Johnson in der Wand! Durch einen Reifenschaden vorne rechts konnte Johnson seinen Hendrick-Chevy nicht mehr lenken und schlug in die Mauer Ausgangs Turn 4 ein. Durch den Einschlag brach die Aufhängung und er musste in die Garage zur Reparatur. Besonders bitter: Brad Keselowski führte zu diesem Zeitpunkt das Rennen an, Johnson nagte an den Top 5. Und jetzt war er draußen.

Racing in der Wüste (nascar.com)
In der Folge spürte man die Vorsicht im Keselowski-Lager. Wann immer Keselowski an die Box kam, nahm er vier statt zwei neuen Reifen, bei einer Caution gegen Ende des Rennens holte er auf Platz drei liegend zwei neue Reifen, während die Führenden allesamt draußen blieben. Man wollte einfach keinen Reifenschaden riskieren und gab freiwillig die Track Position und vielleicht sogar den Rennsieg ab. Eine Top 10 Platzierung würde Gold wert sein.

Und dann schlug die Stunde des Jeff Gordon und des Titel-Aspiranten Bowyer, der den ganzen Tag über in den Top 10 verbrachte. Beide berührten sich leicht auf der Gegengeraden, und zusammen mit den beiden Auseinandersetzungen in den Martinsville-Rennen war dies Anlass genug für Jeff Gordon, Clint Bowyer aus dem Rennen und somit auch aus seinen Meisterträumen zu reißen. Nachdem der erste Versuch, Bowyer zu wrecken, erfolglos war, wartete Gordon auf den Waltrip-Toyota und lenkte zielsicher ein, als die 15 neben ihm war. Durch die Aktion wurde nicht nur Bowyer und Gordon selbst eliminiert, sondern auch noch Logano und Almirola, der wieder ein starkes Rennen zeigte. Und um ein Haar wäre auch Brad Keselowski Opfer geworden und Johnson weiterhin Tabellenführer!

Das Rennen wurde unterbrochen, um die Strecke für ein Green-White-Checkered-Finale wieder frei zu bekommen. Im Infield prügelten sich derweil die Crews von Gordon und Bowyer, die Fahrer selbst hätten sich wohl auch liebend gerne noch geprügelt, wurden aber von Offiziellen zurückgehalten.

Mittlerweile war Kevin Harvick an Kyle Busch vorbeigegangen, musste aber noch zittern, weil sein Tank nahezu leer war. Brad Keselowski lag vor der GWC-Verlängerung auf dem fünften Platz und kommentierte die Bilder der Schlägerei bei Twitter während der Rotphase. Er musste sich keine Sorgen um den Sprit machen.

Photo-Finish: Newman knapp vor Keselowski (nascar.com)
Beim Restart verlor Keselwoski ein paar Positionen, er wollte einfach nichts riskieren. Dahinter räumte Burton Danica Patrick, die auf Platz 15 lag, unsanft aus dem Weg. NASCAR warf keine Caution, die Führenden sahen die weiße Flagge.

Patrick stellte den havarierten Chevy auf der Zielgeraden ab, verteilte aber zuvor noch Öl auf der Strecke. Durch dieses Öl fuhren jetzt die Führenden auf dem Weg zur Zielflagge. Harvick kam durch und gewann das Rennen, dahinter Hamlin und Kyle Busch. Dahinter krachte es bei der Einfahrt auf die Zielgerade, die Autos hatten aber alle noch genug Speed, um über die Linie zu kommen. Insbesondere Brad Keselwoski, hatte einmal mehr Glück, er wurde nur leicht getroffen und steuerte seinen Dodge nahezu unversehrt über die Linie. Kurios: Ryan Newman schlidderte rückwärts übers Ziel und wurde ganz knapp vor Keselowski gewertet. Der wurde guter solider sechster. Patrick wurde übrigens auf Platz 17 gewertet.

War das jetzt die Entscheidung? Keselwoski hat vor dem letzten Rennen ganze 20 Punkte Vorsprung auf Johnson. Bowyer, der bis zu seinem Ausfall nur wenige Punkte hinter Johnson gewesen wäre, ist nun komplett raus, genauso wie alle anderen Fahrer, die vor Phoenix noch mathematische Chancen auf den Titel hatten. Für Homestead bedeutet das: Wenn Brad Keselowski 15. wird ist er Meister, ganz egal was Jimmie Johnson macht. Das war übrigens seit Texas im April nur zweimal der Fall, zuletzt im August beim Bristol Night-Race. Es sieht also gut aus, sehr gut sogar, aber einen Ausfall wie Johnson in Phoenix darf er sich nicht erlauben…

Was meint ihr? Schafft es Johnson doch noch, seinen sechsten Titel in diesem Jahr zu gewinnen? Und wie sehr ihr Gordons Aktion gegen Bowyer? Sollte er bestraft werden?

 

4 Kommentare

  1. Jimmie hat mittlerweile ja selber auf Facebook geschrieben (oder schreiben lassen lol) das die Meisterschaft für ihn noch lange nicht vorbei ist. Von daher denke ich wird es spannend. Bin schon gespannt auf welcher Position er starten wird.

  2. Jimmie gewinnt und Brad wird Letzter oder so 😀 ich hoffe auf ein spannendes Rennen auf der Nascar Super Party in München 😉

  3. Ich denke nicht, dass Johnson diesen Vorsprung noch aufholen kann. 20 bedeuten ja 20 Positionen und das wird sich Keselowski nicht nehmen lassen, denn alles was sie machen müssen ist sich aus Zwei/Dreikämpfen raushalten und den Wagen ins Ziel bringen, dann kann ihnen nichts passieren. Man hat zwar gesehen wie schnell es gehen kann in Phoenix doch mein Bauchgefühl sagt mir, dass Keselowski die Meisterschaft gewinnen wird.

    Zu „Gordon vs Bowyer“:

    Irgendwie war es schon klar, dass die beiden in dieser Saison nochmal aneinander geraten und in Phoenix war es so weit. Man sollte die beiden nicht kritisieren, denn in solchen Aktionen kochen die Emotionen hoch und der Payback kam. Die Eskalation danach kann, nein, muss man allerdings auf Bowyers Crew schieben. Alles in allem denke ich das eine Verwarnung oder ein 5-10 Punkteabzug für Gordon gerechtfertigt sein wird und dem Team #15 würde ich persönlich eine saftige Geldstrafe verpassen.

    Der Unterschied zu Kyle Busch, der hier oft zitiert wird, ist, dass Gordon kein Payback unter Caution getätigt hat. Die Caution ist dazu da, die Strecke zu sichern und das kein Rennbetrieb herrscht. Ein absichtlicher Crash ist einfach nur gefährlich.

    Viel schlimmer ist der Big One am Ende, da hat die NASCAR einfach nur geschlafen bzw. eine Verletzung seitens Danica Patrick in kauf genommen. Es hätte Caution geben MÜSSEN, als sich die #10, mitten im Feld, gedreht hat. Was passieren kann, haben wir ja alle gesehen.

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