Greg Biffle gewinnt das Pure Michigan 400

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Greg Biffle (nascar.com)
Zuerst dominierte Mark Martin in Michigan, dann Jimmie Johnson. Und dann gewann Greg Biffle sein zweites Saisonrennen.

In einem ereignisreichen Rennen fuhr Greg Biffle im Roush-Ford zum Sieg und übernimmt somit wieder die Führung im Gesamtklassement. Auch Teamkollege Matt Kenseth klettert einen Rang nach oben und ist momentan zweiter im Klassement, während um die Chase-Plätze weiterhin noch nichts entschieden ist…


Mark Martin nahm am Sonntag das Pure Michigan 400 auf dem Michigan International Speedway von der Pole aus in Angriff, während sowohl Jimmie Johnson (Motowechsel) als auch dessen Hendrick-Kollege Dale Earnhardt Jr. (Crash im Training) von ganz hinten starten mussten. Nach einer kurzen Gelbphase wegen eines Drehers von David Gilliland lief das Rennen über 50 Runden lang ohne große Zwischenfälle. Einzig Tony Stewart musste früh wegen eines Motorproblems in der Boxenstraße scharf nach links ins Infield abbiegen und fuhr noch wenige Runden auf sieben Zylindern, bevor er das Rennen ganz aufgab. Er wurde am Ende 32. Im langen Green-Flag-Run hatte Mark Martin das dominante Auto und gab seine Führung nur kurz beim Pit Stop ab, bis sein Rennen in Runde 64 auf kuriose und furchterregende Weise beendet wurde: Ausgangs Turn 4 kamen sich Montoya und Labonte etwas zu nahe, direkt vor Mark Martin. Dabei wurde er vom zweitplatzierten Kahne in einen Dreher gezwungen; auch Kahne drehte sich ins Infield. Die 55 von Mark Martin rutschte in Richtung Boxengasse, schlug in der Boxenmauer leicht an und crashte schließlich seitlich in das stumpfe Ende der Boxenmauer bei der Einfahrt zu den Garagen im Infield. Die Wand bohrte sich in das Auto nahe des linken Hinterreifens des Toyotas, kurz hinter dem Fahrersitz. Obwohl die Fahrer“türe“ natürlich gut gesichert ist: Da hätte Schlimmeres passieren können, wäre das Auto einen halben Meter daneben eingeschlagen! So ist Martin nichts passiert und er gab wenige Sekunden später bereits fröhlich ein Interview im TV. Schade, denn die 55 war bis zu diesen Zeitpunkt nahezu unschlagbar und Martin hätte sich seinen ersten Sieg seit 2009 mehr als verdient.

Nachdem alle an der Box waren (zwei Reifen und Benzin) führte Clint Bowyer das Rennen an, dahinter lauerten Menseth, Truex Jr. und Jimmie Johnson. Nach zwei weiteren Gelbphasen (Dreher Ragan Smith und zweifache Wandberührung von Joeay Logano) kam das Rennen wieder in einen Rhythmus und lief weitere 40 Runden unter Grün. Allerdings galt das nicht für Pechvogel Jeff Gordon, der musste wie Stewart wegen eines Motorproblems in der Garage parken. Somit waren nach 100 Runden auf dem Highspeed-Oval in Brooklyn bereits zwei Hendrick-V8 in der Garage. Nach den nächsten Stopps führte Biffle vor Truex Jr. und Kenseth.

Kämpften um den Sieg: Keselowski, Biffle, Johnson (nascar.com)

Nachdem Kurt Busch seinen Phoenix-Chevy in die Wand setzte, gingen die Führenden zur Box. Einige Fahrer blieben jedoch draußen, da diese durch einen späteren letzten Stop ebenfalls nur noch einmal in die Box kommen würden. In Runde 141 führten somit die übrig gebliebenen Hendrick-Chevys von Dale Earnhardt Jr., Jimmie Johnson und Kasey Kahne das Rennen an. Zwei Runden nach dem Restart zerschredderte Montoyas Reifen den gesamten Radkasten, was zu einer erneuten Caution führte. Nach dem Restart schnappte Johnson Earnhardt Jr. und fuhr dem Feld weiter davon. 13 Runden vor dem Ende fiel erneut die grüne Flaggen nachdem Trevor Bayne das Auto nach einem Reifenschaden in die Wand geschmissen hat. Inzwischen hatte jeder alle Stopps absolviert und Brad Keselowski war an der Spitze. Dahinter folgte das Hendrick-Trio sowie Greg Biffle.

Während Kahne den Restart komplett versemmelte, schnappte sich Johnson 10 Runden vor der checkered flag den Dodge von Keselowski, der dem starken Chevy trotz Heimvorteil nichts entgegensetzen konnte. Kurz danach fuhr auch Biffle an der 2 vorbei und holte leicht auf Johnson auf; dieser hatte bereits wieder eine Sekunde Vorsprung herausgefahren. Es war klar: einer der beiden würde das Rennen für sich entscheiden.
Dann kam das, womit keiner mehr gerechnet hätte: Auch das Aggregat von Johnson gab fünf Runden vor dem Ende den Geist auf, damit waren drei Hendrick-Motoren aus dem Rennen. Und das, obwohl das Triebwerk der 48 erst vor dem Rennen getauscht wurde, also weder Training noch Qualifikation wurden mit diesem Motor gefahren. Es gab Gelb und somit kam es zur Green-White-Checkered-Verlängerung.

Dort ließ Biffle aber nichts mehr anbrennen und gewann vor Brad Keselowski, der nach Watkins Glen letzte Woche wieder knapp einen Sieg an einen Ford hergeben musste. Dahinter rettete Kahne die Hendrick-Ehre, vierter wurde Dale Earnhardt Jr. Platz fünf konnte sich Marcos Ambrose sichern.

In der Tabelle steht also das Roush-Duo Biffle/Kenseth oben, dahinter Earnhardt und Johnson. Stewart rutschte durch das frühe Aus auf Platz 9 ab, ist aber dank seiner drei Siege bombensicher im Chase. Er könnte aber trotzdem noch eine wichtige Rolle um die Vergabe der begehrten Chase-Plätze spielen, denn sollte er noch aus den Top 10 rausfallen, würde er anderen Piloten einen Wild-Card-Platz streitig machen. In diesem Fall hätte beispielsweise Gordon, der nun auf Platz 16 rangiert, selbst mit einem weiteren Sieg eher schlechte Chancen auf einen Chase-Platz. Stattdessen könnte beispielsweise Edwards ohne Sieg den Einzug über die Punkte schaffen, er ist momentan Zwölfter. Kahne sollte mit zwei Rennsiegen auf Platz elf liegend drin sein, aber Fahrer wie Kyle Busch und eben Jeff Gordon müssen weiter zittern. Aber noch sind drei (Nacht-)Rennen Zeit, um sich den Spot im Case zu sichern. Die nächste Gelegenheit bekommen die Sprint-Cup-Stars am Wochenende in Bristol. Auch die Trucks und die Nationwide-Serie fahren dort, erstgenannte Serie übrigens schon am Mittwochabend (also Donnerstag früh bei uns).

 

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