NitrOlympX 2012 – Dragster-Action in Hockenheim

9
231
Jet-Dragster bei der Nightshow

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich am Wochenende wieder Dragracer aus ganz Europa auf der Viertelmeile des Hockenheimrings, um in ihren jeweiligen Klassen um den Sieg zu kämpfen. Es war wie in den vergangenen Jahren eine super Veranstaltung auf der Dragster-Strecke des Hockenheimrings. Und das, obwohl es wieder keine Finalläufe der großen Klassen gab…

 

 


Der Freitag

Burnout-King Fast Freddy

Die NitrOlympX 2012 waren für mich die dritte Nitro-Ausgabe nach 2010 und 2011. In diesen beiden Jahren war ich immer am Freitag früh, pünktlich um 9, wenn die Action losgeht, im badischen Motodrom. Dieses Jahr kam leider am Freitag Vormittag noch eine Klausur dazwischen, sodass ich (und der Maxi, den ich überreden konnte) erst (nach vielen Staus) abends um 18 Uhr da war, und da war bereits der Drag-Tag gelaufen. Bereits seit den Mittagsstunden waren Moni, Hans und natürlich Jonas (die ich auch alle überreden konnte), beim „Klamauk-Event“ (ein Zitat eines vor dem Wochenende unwissenden Hans) am Start (wortwörtlich). Da erfuhr ich dann, dass die großen FIA-Klassen, unter anderem die Königsklasse der Top Fuel Dragster, nicht fuhren, sondern ausschließlich die Sportman-Klassen ohne verrückte Nitro-Motoren an den Start gingen. Grund dafür war eine schlechte Strecke, die für die 8000 PS Monster einfach nicht genug Grip bot. Das lag an der Formel 1, die vor wenigen Wochen am Hockenheimring zu Gast war.

…noch ein Drag-Pickup

Aufgrund besch******* und sinnloser neuer Streckenbestimmungen musste aus Sicherheitsgründen der Gummi von der Viertelmeile, die als Auslaufzone bei den Rundstreckenrennen dient, abgefräst werden. Damit war das schwarze Gold, welches sich seit Jahren tief in den Poren des Asphalts befand, weg, und die Streckencrew musste eine komplett neue Strecke aufbauen. Nach Rücksprache mit den Teams wurden die Qualis der Klassen mit den riesigen Motoren also auf Samstag verlegt. Durch die Fahrten der „kleinen“ Dragster, die auch 300 km/h an der Ziellichtschranke draufhaben, wurde also am Freitag Gummi auf die Strecke gebracht und nach einer Nachtschicht der Streckencrew wurden dann am Samstag endlich die FIA Dragster aus den Trucks auf die Strecke gerollt.


Der Samstag

Top Methanol Dragster beim Burnout

Als ich am Samstag früh dann endlich zum ersten mal ins Fahrerlager kam, wurde direkt so ein Dragster angelassen, und ich hab sofort Gänsehaut bekommen. An der Tribüne angekommen gings auch schon los mit racing. Zunächst traten wieder die Sportsman-Klassen der Autos und Motorräder an, teilweise schon mit ihren Achtelfinalläufen, nachdem gestern alle vier Quali-Runden gefahren wurden. Dann wurde es immer lauter und schneller: Pro-Stock, Pro Mod, Top Methanol Dragster, Top Methanol Funny Cars, alles FIA-Klassen, alle über 300 Sachen am Ende der Viertelmeile, auch die 400-er Marke ist auf einer guten Strecke mit viel Grip für die beiden letztgenannten Klassen kein Problem. Die Strecke war aber leider immer noch nicht in Topform, und man konnte sehen, wie die Fahrer und Teams mit der Strecke zu kämpfen hatten. Wer sein Auto nicht „runtertunen“ konnte oder nicht extrem vorsichtig mit dem Gasfuß war, hatte kaum eine Chance. Nahezu jeder Fahrer fuhr die Viertelmeile im vollen Burnout, also mit durchdrehenden Reifen, weil einfach kein Grip da war.

Diese Power spürt man auch: Motor eines Top Fuel Dragsters

Die Top Methanol Dragster leisten immerhin auch 3500 PS, und selbst mit durchdrehenden Reifen wurden Speeds jenseits der 300 km/h erreicht. Mit den Streckenproblemen hatte dann natürlich auch die Königsklasse, also die Top Fuel Dragster, mit ihren 8000 PS zu kämpfen, sodass sie zunächst langsamere Zeiten als alle anderen FIA-Klassen fuhren, einfach weil die unglaubliche Power einfach nicht auf den Boden zu bringen war. Im ersten Qualilauf war somit eine 9-er Zeit die Schnellste; normal sind tiefe 5-er Zeiten. Übrigens wurde zum ersten Mal bei den NitrOlympX von den Top Fuelern die 1000 Fuß-Distanz gefahren, also ungefähr 300 statt den 400 Metern der Viertel Meile. Diese Distanz ist seit wenigen Jahren in den USA bei der NHRA usus, nachdem es immer wieder zu schweren Unfällen gekommen war. Über die Viertelmeile wurde sonst immer über 500 km/h gefahren. Alle anderen Klassen gaben aber wie gewohnt über 400 Meter gas.

Irgendwas mit Raketenantrieb. Ich glaube, es ist das Quadbike.

Am Samstag wurden noch weitere 2 Quali-runden der FIA-Klassen gefahren, wobei sich die Zeiten konstant steigerten. Allerdings war die Strecke keineswegs top, und so wurde auch am späten Nachmittag noch größtenteils im Burnout gefahren.
Am Abend gabs dann ab 20 Uhr wieder die traditionelle Nightshow, das Highlight jeder NitrOlympX. Da wird nämlich nichts aufgefahren, was nicht brennt, qualmt oder mit Nitro und Kerosin fährt. Zu Beginn landeten Fallschirmspringer auf und neben der Strecke, dann gabs eine Helikopter-Flugshow, es folgten Showrennen der Top Fuel Dragster und der Top Fuel Bikes. Natürlich war auch wieder Eric Teboul am Start, ein irrer Franzose, der mit seinem Motorrad, in dem Apollo 11 Mondraketenteile verbaut sind, nach 300 Metern auch schon über 400 km/h erreicht hat.

Action pur bei der Nightshow

Diesmal ging der Antrieb schon nach ein paar Metern aus, aber spektakulär wars trotzdem. Auch mehrere Quads waren auf der Strecke, einmal konstant auf 2 Rädern und einmal mit Raketenantrieb an Bord. Top Fuel Funny Cars, die die gleiche Power wie die Dragsteräquivalente zur Verfügung haben, fuhren ebenso in die Nacht wie ein nostalgisches Funny Car. Funny Cars sind wegen ihres extrem kurzen Radstandes sehr schwer zu fahren, deswegen fahren die Nitro-Befeuerten Autos in Europa, anders als in den USA, keine Wertungsläufe. Nachdem sich mehrere Biker im Dome Of Speed, einer kleinen Metallkugel, ausgetobt haben, gabs Terry Grant, der regelmäßig in der Nightshow zu Gast ist, mit seiner Stuntshow zu sehen. Zum Abschluss des langen Abens rasten nochmal Jet-Betriebene Gefährte aller Art die Bahn entlang. Ein toller Abschluss eines tollen Tages.

Der Sonntag

Glück für das Huhn: Am Sonntag blieben die Top Fuel Dragster stehen

Am Sonntag brodelte es wohl ziemlich heftig hinter den Kulissen. Bei den Läufen der Sportsman-Klassen am Vormittag zeigte sich, dass die Strecke zwar passable Zeiten zuließ, allerdings war die rechte Bahn deutlich besser in Schuss als die linke. Dieser Unterschied der Bahnen und der allgemeine Zustand der Strecke führten wohl dazu, dass sich die Fahrer und Teams der FIA- und UEM-Europameisterschaften (also die großen Bike-Klassen) dazu entschieden, keine Rennen mehr auszutragen. Das wurde erst am Nachmittag verkündet, davor war das Programm merklich improvisiert mit ungewohnt langen Pausen zwischen den Läufen.

So laut wie der Sponsor: Marshall Funny Car

Im Fahrerlager hörte ich, wie sich zwei Teams unterhielten. Ich hatte keine Ahnung worum es ging, aber das eine Team meinte, sie wären über irgendwas nicht informiert worden bzw. seien zu irgendwas nicht gefragt worden, das andere Team hatte, wie es schien, auch keine Ahnung, wie und was eigentlich abgeht. Ich denke, es ging eben genau darum, dass irgendwer beschlossen hat, nicht zu fahren, und einige Teams stärker darüber in Kenntnis gesetzt wurden als andere. Immerhin wollten die Fahrer der Top-Methanol-Dragster den Fans noch Finalläufe präsentieren und fuhren ihr Rennen zuende. Außerdem gab es die Finalruns der Sportsman-Klassen aus dem Auto-und Motorradbereich.

Auch ohne Französischkenntnisse beeindruckend: Hydrogen Funny Car

Besonders sehenswert war ein Viertelfinale der Super Pro ET. In dieser Klasse sind viele unterschiedliche Autos am Start, und um Chancengleichheit zu gewährleisten gibt jeder Fahrer vor dem Start eine Wunschzeit, den sogenannten Index, an. Das langsamere Auto bekommt die Zeitdifferenz als Vorsprung, und wer dann als erster über die Linie fährt, gewinnt; fährt man aber unter den Index, ist man raus. In jenem Viertelfinale haben beide Fahrer den selben Index gewählt, haben also vergleichbare Autos, und beide fuhren bis auf die Tausendstelsekunde die gleiche Zeit! Ausschlaggebend war dann die Reaktionszeit. Als alle Finalläufe beendet waren, wurden nochmal einige der Raketenfahrzeuge auf die Strecke gelassen, um für einen würdigen Abschluss des Events zu sorgen. Unter anderem auch ein Funny Car mit Wasserstoffperoxidantrieb. Damit erreichte der verrückte Franzose David Pertué nach der Achtelmeile, also nach 200 Metern, 360 km/h, schaltete den Antrieb ab und rollte die zweiten 200 Meter nur noch ins Ziel – und schaffte eine 5-er Zeit, die sonst den Top Fuel Dragstern mit einer Beschleunigungsphase über 400 Meter vorbehalten ist. Außerdem fuhr noch ein Verrückter Tretroller. Natürlich mit Raketenpower.

Hier noch ein paar Nightshow-Videos…


 

9 KOMMENTARE

  1. Der Hockenheimring kommt den Besuchern der Nitrolypx 2012 jetzt entgegen und nimmt Stellung! Mehr dazu auf der Hori Homepage.

  2. Der Hockenheimring kommt den enttäuschten Besuchern der Nitrolypx jetzt entgegen und nimmt Stellung! Mehr dazu auf der Hori Homepage

  3. Hoffe mal das es nächste mal wieder so ist wie immer.und mann auch rechtzeitig in kenntins gesetzt wirt wenn es scheiße ist habe selber auch immer über 580 km anfahrt da wehre es schon cool zu wissen was einen da erwartet oder mit den preisen runder gehen tut

  4. Ich habe den Hockenheimring angeschrieben, dass ich Geld zurück will wegen der unbrauchbaren Strecke. Jemand dabei der mitmacht?

  5. schön zu lesen das dir wiedermal gefallen hatt..toller bericht..schade hald für euch daß da den trouble with the track gab..aber zumindest hattest mal endlich geiles wetter. und wenns da jetz noch geiles american food gibt kannst mi vil doch mal überzeugen. aber erst in 2 jahren dann, nächst jahr will ich zum ♥redbullring …

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.