Ambrose gewinnt ein furioses Rennen in Watkins Glen

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Marcos Ambrose gewinnt auch dieses Jahr das Rennen in Watkins Glen, doch der Weg zum Sieg war hart. Den Zuschauern bot man ein atemberaubendes Finish mit viel Kontakt, Blechschaden und Dreck! Die zweite Wildcard wechselt weiter munter hin und her…

Es war ein echter Thriller den uns der NASCAR Sprint Cup geboten hat. Am Anfang plätscherte das Rennen etwas vor sich hin, doch Runde für Runde wurde es hektischer, um dann zum Schluss ein dramatisches Finish zu zeigen, wo am Ende der ehemalige V8 Supercars Fahrer Marcos Ambrose die Nerven behielt und das Rennen um die zweite Wildcard bleibt weiter offen und spannend!

Der Start erfolgte unter bewölktem Himmel und lief Reibungslos ab, allerdings konnte der Polesitter Juan Pablo Montoya seinen ersten Platz nicht verteidigen, denn Kyle Busch überholte den ehemaligen Formel 1 Fahrer geschickt und konnte seine Führung in den nächsten Runden ausbauen. Überhaupt sollte es für Montoya wieder mal ein Rennen zum Vergessen werden. Denn schon nach dem ersten Boxenstopp in der 32. Runde fiel der Kolumbianer aufgrund einer gebrochenen Aufhängung aus und musste sein Rennen in der Garage beenden und

Mal wieder das vorzeitige Aus für Montoya.

somit waren die aller letzten Chancen für eine Chaseteilnahme seinerseits erledigt. Bis dahin hatte er ein Top 5 Car und überholte sogar während dem Boxenstopp den Führenden Kyle Busch, der sich durch Montoyas Ausfall aber wieder an die Spitze setzen konnte. Die Ironie bei der ganzen Sache: Montoyas Teamkollege Jamie McMurray löste die erste Caution durch einen Reifenschaden aus und auch er musste sein Rennen beenden. Ein weiterer Rückschlag für Earnhardt/Ganassi Racing…

Danach blieb es erst einmal einige Runden ruhig und Ambrose erkämpfte sich die Führung und konnte in Runde 39 an dem schnellen Brad Keselowski vorbeifahren, um 8 Runden später wieder die Führung an „Mr. Twitter“ Brad Keselowski aufgrund eines Boxenstopps abzugeben. Aber auch Keselowski kam zum Tanken in Runde 58 herein und wieder wechselte die Führung und zwar Kyle Busch war nun ganz vorne. Kurze Zeit später wurde das Rennen durch einen Motorschaden von Denny Hamlin wieder unterbrochen. Der Vizechampion aus dem Jahr 2010 musste seinen brennenden Toyota am Seitenrand abstellen und auch für ihn war das Wochenende sehr durchwachsen. Schon im ersten freien Training musste man einen Unfall verkraften, nachdem man auf einer Ölspur in die Leitplanke donnerte und Jeff Burton folgte der #11 ins Heck.

Doch die Caution kam gar nicht so ungelegen für die anderen Teams, denn diese befand sich direkt im Benzinfenster und man musste sich keine all zu große Sorgen mehr machen. Als es dann noch anfing leicht zu nieseln und fünf weitere Runden unter Caution verbrachte, konnten sich alle sicher sein das man mit genug Sprit ins Ziel kommen kann; zum Glück war der Regen nicht so doll und das Rennen konnte in Runde 68 wieder fortgeführt werden. Und nun zeigte Marcos Ambrose seine ganze Klasse: Der von fünf startende Australier überholte gleich zwei seiner Mitstreiter in Turn 1 und begab sich auf die Jagd auf die Führenden Brad Keselowski, Kyle Busch und Tony Stewart, doch der „green flag run“ sollte nicht lange anhalten.

Der aktuelle Champion Tony Stewart verlor die Kontrolle über sein Wagen und drehte sich in die Box und beschädigte sich das Heck stark, doch dies war kein Grund das Rennen zu beenden: „Smoke“ fuhr das restliche Rennen weiter und konnte jede Menge Positionen wieder gut machen. Am Ende beendete er das Rennen noch auf Platz 19! Dies war die letzte Caution im Rennen und in Runde 71 (von 90) erfolgte der Restart des „Finger Lakes 355“: Kyle Busch konnte die Führung gegen Keselowski erobern und sah auch schon als der sichere Sieger aus. Keselowski und Ambrose hatten bis Runde 85 eigentlich gar keine Chance mehr, doch dann verlor Kyle Busch aufeinmal Speed, dessen Ursache noch Unbekannt ist. Die beiden Verfolger waren in der letzten Runde an Busch dran und nun begann der Showdown, den man nicht mehr so schnell vergessen wird.

espn.com // Ambrose behielt am Ende die Nerven

Die drei zeigten Motorsport der Spitzenklasse: Brad Keselowski war unmittelbar nach der Start/Ziellinie in Schlagdistanz. In Turn 1 konnte sich der Führende Kyle Busch zwar noch währen, doch in Turn 2 drehte sich die #18 in die Leitplanke. Zwar gab es eine leichte Berührung zwischen Busch und Keselowski, doch die Strecke bot nirgends mehr Grip, die Fahrer vermuteten, dass Öl auf der Strecke auslief. Aus dem Dreikampf wurde also eine Zweikampf zwischen Keselowski und Ambros, Dodge oder Ford. Beide Fahrer gaben alles und es entwickelten sich Bilder die das Herz jedes Motorsportfans rasen ließ, sie fuhren so hart wie sie konnten, egal ob Asphalt oder Rasen. Ambrose konnte sich die Führung unmittelbar nach dem „busstop“ erobern, doch das Rennen war noch nicht vorbei. Keselowski versuchte es in Turn 10 (vorletzte Kurve) nocheinmal mit einem Bump and Run Versuch, wie es Ambrose bei Keselowski es im letzten Jahr tat, doch der Australier konnte seinen Wagen fangen und setzte sich noch vor Turn 11 neben „Bad Brad“ setzen und schließlich die karrierte Flagge als erster entgegen zu fahren.

Es gab nicht viele solcher Zieleinläufe in der letzten Zeit.., spontan fällt mir das Darlington Finish zwischen Ricky Craven und Kurt Busch aus dem Jahre 2003 ein, wo es bis zur letzten Sekunde spannend blieb und jede Menge Lack ausgetauscht worden war. Doch dieses Rennen war endlich mal ein Wachrüttler in der eher ruhigen Saison „2012“ und ist vielleicht der erste Vorgeschmack auf die nächsten Rennen!

  • Für Hendrick Motorsports lief es an diesem Sonntag mal nicht so gut. Lediglich Jimmie Johnson beendete das Rennen in den Top 10, nachdem sich Dale Earnhardt Jr. (Platz 28) spät im Rennen durch einen Fahrfehler drehte und Jeff Gordon (Platz 21) ein Opfer der letzten Runde wurde. Auch für Kasey Kahne lief es nicht gut: Nachdem er ein paar Mal in den Top 10 erschien, katapultierte ihn eine Drive Through nach hinten und musste noch ein Dreher einstecken. Am Ende fuhr er als 13. ins Ziel.
  • Besonders Bitter war der Renntag für Brian Vickers. Er durfte diese Woche wieder Mark Martin ersetzen und hatte wieder eine Chance sich zu empfehlen, doch der Motor machte ihm ein Strich durch die Rechnung. Schon in der ersten Runde konnte er wieder in die Garage fahren und das Rennen beenden. Für die anderen Michael Waltrip Racing Piloten lief es relativ gut: Truex Jr. war lange Zeit in den Top 5 unterwegs um am Ende den 10. Platz zu belegen und Clint Bowyer fuhr sogar in die Top 5, auf den vierten Platz!
  • Auch in der Meisterschaft gab es leichte Veränderungen: Durch die schlechte Platzierung von Earnhardt Jr., konnte dessen Teamkollege Jimmie Johnson die Führung übernehmen. Greg Biffle und Matt Kenseth sind mit einem Punkt bzw. mit zwei Punkten unmitterlbar dahinter.
    In Sachen Wildcards bleibt es weiter spannend: Kasey Kahne hat weiterhin die erste Wildcard durch seine zwei Siege und momentan hat Ryan Newman wieder die zweite Wildcard. Doch Kyle Busch und Jeff Gordon lauern unmittelbar dahinter.
    Gesamtes Rennergebnis
    Meisterschaftsstand

Nächste Woche geht es dann wieder auf das Highspeed Oval „Michigan“ wo Dale Earnhardt Jr. vor ein paar Wochen seine Durststrecke beenden konnte. Wie gewohnt, findet ihr eine ausführliche Vorschau auf das Rennen vor dem Wochenende hier auf der Seite! Und zu guter letzt, dass Finish nochmal als Video:

 

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