Die NASCAR wird zahm, aber warum eigentlich?

3
346

Es liegt auf der Hand: Dieses Jahr fehlt in den NASCAR Sprint Cup Rennen die fehlende Würze, sprich die Action und auch die Spannung ist bis auf ein paar Ausnahmen nicht vorhanden. Wieso sind die diesjährigen Rennen nicht mehr so spektakulär wie sie in den vergangenen Jahren waren? Zu diesem Thema habe ich mir in den letzten Wochen Gedanken gemacht….

Nicht nur die Fans hier am Stammtisch klagen immer öfters über die Rennen, sondern die gesamte NASCAR Nation. Die (Sprint Cup) Rennen wären langweilig und unspektakulär, womit man meiner Meinung nach auch richtig liegt. Auch ich finde, dass die Rennen im Vergleich zu den letzten Jahren eher langweilig sind. Aber warum gibt es so wenige Cautions? Warum ist das racing nicht mehr so spannend wie sonst? Darüber habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und folgendes ist rausgekommen…

Ein wesentlicher Grund ist sicherlich das CoT, welches das Racing im Vergleich zum alten Wagen sehr verändert hat. Der Wagen ist sehr viel stabiler und verzeiht mehr Fehler der Fahrer und ist somit einfacher zu Fahren als die Wagen vor 2008. Doch ich möchte gar nicht auf den Vergleich CoT und dem alten Wagen eingehen, sondern bei dem CoT bleiben. Denn in den letzten 3-4 Jahren war das Racing wesentlicher spannender anzusehen als es dieses Jahr der Fall ist. Deshalb starte ich ein Vergleich zwischen dem 2008er CoT (2008 war die erste volle Saison mit dem neuen Wagen) und dem diesjährigen CoT, denn der Wagen hat sich in den vergangenen Jahren Aerodynamisch verändert.

Das CoT aus dem Jahr 2008 ; 1. = Heckspoiler , 2. = Side Fin (nicht vorhanden) , 3. Frontschürze
Das CoT aus dem Jahr 2012 ; 1. = Heckspoiler , 2. = Side Fin , 3. Frontschürze

 

 

In dem oberen Bild seht ihr den Wagen von Juan Pablo Montoya aus dem Jahr 2008 und unten den Wagen aus diesem Jahr, ebenfalls von Juan Pablo Montoya. Die roten Pfeile habe ich nachträglich eingetragen und weisen auf einzelne Teile hin, die sich verändert haben. Die Nummern habe ich als Orientierung genommen: Nummer 1 ist der Heckspoiler, Nummer 2 die „Side Fin“ und Nummer 3 die Frontschürze.

Fangen wir mal Chronologisch an und zwar bei der „Side Fin“ (#2). Diese Finne wurde vor dem Daytona 500 im Jahr 2009 hinzugefügt damit das überholen einfacher wird. Das wurde es auch, doch es stabilisierte den Wagen automatisch um ein vielfaches, da nicht mehr so viele Luftumwirbelungen erstehen. Im Jahr 2010 wurde dann der große Heckspoiler (#1) ausgetauscht und zwar mit der „Lippe“ wie man sie dieses Jahr hat. Der Grund: Die Fans fanden den großen Heckspoiler untypisch und wollten stattdessen die Lippe, die schon Tradition seit den 80er Jahren hat. Doch auch dies stabilisierte den Wagen weiter. Im Winter 2010 wurde dann auch die Frontschürze (#3)  durch eine Traditionelle Schürze ausgetauscht und wurde nach 2011 nochmal modifiziert wie man sie heute kennt. Ihr könnt es euch sicherlich schon denken was jetzt kommt…: Die neue Frontschürze stabilisierte den Wagen wieder ein kleines bisschen.

Nun hat man ein Wagen der den Fahrern sicherlich gelegen kommt durch viel Grip und Stabilität, doch für das Racing waren diese Veränderungen am Wagen nicht förderlich was man dieses Jahr sehr deutlich merkt. Ich persönlich finde den Wagen aus 2008 übrigens auch viel schicker, doch das ist ja ein anderes Thema.

Doch nicht nur der Wagen hat „Schuld“ am ruhigen Racing in diesem Jahr, sondern auch die Reifen von Goodyear! Diese sind nämlich im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich härter abgestimmt und bieten viel mehr Grip und halten logischerweise länger, als die vom letzten Jahr. Für die Fahrer und die Teams ist das gut, denn somit verringert sich die Gefahr das man rutscht oder gar sich dreht, für das Racing und die damit verbundenen Cautions ist das allerdings nicht förderlich.

Kommen wir nun zum letzten Faktor: Geld, Geld, Geld. Wie wir wohl alle wissen hat es die USA in den letzten Jahren schwer getroffen wenn es um die Wirtschaft geht. Die Bürger müssen sich mehr Gedanken machen um ihr Geld, genauso wie die Firmen und damit also auch die Sponsoren der NASCAR Teams. Die Teams selber müssen natürlich auch auf ihr Geld achten und dürfen nicht zu viel Risiko eingehen. Worauf ich hinaus möchte: Die Fahrer dürfen nicht mehr so aggressiv fahren, wie sie es vor ein paar Jahren gekonnt hätten. Die Sponsoren sind sensibler geworden (bestes Beispiel: Kurt Busch und Pennzoil) und wollen ihre Wagen heile im Rennen sehen. Außerdem kann ich mir gut vorstellen das auch die Teams selber den Fahrern sagen das sie lieber den anderen passieren lassen sollen, als einen Unfall zu riskieren. Denn nicht jedes Team heißt Hendrick, die knapp 200 Mitarbeiter haben.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wann die NASCAR wieder aus ihrem Schlummerschlaf kommt und wieder das gewohnte Racing aus den letzten Jahren zeigt. Ich denke, dass das möglich ist und wahrscheinlich auch wieder passieren wird; allerdings denke ich nicht, dass dies in der laufenden Saison passieren wird. Dazu müsste man sich mit Goodyear an einen Tisch setzen und weichere Reifen fordern, wie es zum Beispiel Bruton Smith, CEO von Speedway Motorsports Inc., für das kommende Bristol Rennen im August macht. Für mich sind nämlich die Reifen der Hauptgrund am aktuellen Racing, denn letztes Jahr waren die Rennen gut und man fährt dieses Jahr wie oben schon einmal geschrieben mit dem „gleichen Wagen“. Doch die Zukunft lässt Hoffnungen zu: Wie die meisten wahrscheinlich schon wissen, bauen Chevrolet, Ford, Dodge und Toyota an dem CoT 2.0, welche man ab nächster Saison auf der Strecke bestaunen kann. Sie sehen sich untereinander völlig verschieden aus und haben mehr Nähe zu den jeweiligen Serienfahrzeugen. Doch Obacht, es ist kein komplett neues Fahrzeug. Nur das Chassis und somit die Aerodynamik wird neu sein und es muss sich erst zeigen wie die Fahrzeuge im Rennen funktionieren. Doch hier bin ich persönlich optimistisch, denn in der Nationwide Series hat es ja auch funktioniert….

Wie steht ihr zu diesem Thema? Gefällt euch das eher ruhige racing vielleicht sogar besser als die Jahre zuvor? Schreibt eure Meinung doch bitte in die Kommentare!

 

3 Kommentare

  1. Hi,
    vielleicht liegt das auch an den ganzen neuasphaltierten Strecken, die jetzt glatt wie ein Kinderpopo sind und die Fahrer da nicht mehr mit “unvorhersehbarem” rechnen müssen.

    • In Daytona trifft deine Aussage zu, denn die Neuasphaltierung 2011 hat ja die Two Car Tandems verstärkt und erst möglich gemacht. Vorher waren ja sehr, sehr viele Bodenwellen in dem Asphalt was das bumpdrafting schier unmöglich gemacht hat. In ein paar Jahren wird sich dies aber auch mMn wieder ändern. Montoya hat dafür ja schon in einer Ecke gesorgt. 😀

      Doch die Neuasphaltierungen in Pocono und Michigan waren sogar eher gut und haben das Racing deutlich verbessert. Die beiden Rennen gehören momentan auch zu den besseren in dieser Saison.

      MfG

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.