Sprint Cup in Fontana: Der Regen hat uns erlöst

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Ich weiß gar nicht, was ich dazu schreiben soll, wo ich anfangen soll. Mir fehlen die Worte. Bin sprachlos. Nicht, weil das Rennen in Fontana am Sonntag in besonderer Weise spannend, actionreich und cool war, nein, weil es das genaue Gegenteil von spannend, actionreich und cool war. Wer also keine Zeit hat, diesen Artikel zu lesen, das wichtigste vorweg: Tony Stewart hat gewonnen. All diejenigen, die Zeit haben, bitte ich die vielen Adjektive und die viel zu genauen Beschreibungen zu entschuldigen, aber drei Sätze als Bericht sehen immer so blöd aus.

Um 21:12 Uhr deutscher Zeit, was 12:12 Uhr Ortszeit entspricht (die Amis schreiben da auch gerne 3:13 pm ET), wurde das Auto Club 400 mittels grüner Flagge gestartet. Die 43 Fahrer übten beim Fallen des Tuches mit dem rechten Fuß Druck auf das darunterliegende Gaspedal aus, was dazu führte, dass die Boliden immer mehr Geschwindigkeit aufnahmen. Die erste Startreihe bildeten übrigens die beiden Gibbs-Toyotas von Denny Hamlin und Kyle Busch, welcher sich in der ersten Runde an Hamlin vorbeischob und dann bis Runde 85 dort vorne blieb. Da eine Runde auf dem kalifornischen Auto Club Speedway (früher California Speedway) exakt zwei Meilen lang ist, führte Busch also 168 Meilen am Stück, was atemberaubenden 270 km entspricht. Genauso viele Kilometer muss man zurücklegen, wenn man von München nach Heilbronn möchte.

Bis dahin gab es übrigens auch keine Gelbphase, was zu Pitstops unter Rennspeed führte. Dabei nahmen die Piloten frischen Sunoco-Sprit und je vier neue Goodyear-Reifen auf. In besagter Runde 85 – mittlerweile gab es zwei Green-Flag-Stopps – schnappte sich dann Vorjahreschampion und Las-Vegas-Sieger Tony Stewart den von Kyle Busch pilotierten Wagen mit der #18 drauf. In Runde 97 überholte Denny Hamlin seinen immernoch auf Platz 2 liegenden Teamkollegen, mit der Intention, mittels der Platzgewinnung mehr Punkte für die Meisterschaft zu gewinnen. Danach kamen wieder Stopps unter Grün, es gab nämlich immernoch kein Gelb. Dabei passierte der Crew von Jeff Gordon im Hendrick-Chevrolet ein klitzekleines Missgeschick: Die Tankkanne inklusive des Tankkannenmannes, fielen über die Markierung, die die Boxen markiert, was ja irgendwie der Sinn von Markierungen ist. Das findet NASCAR jedenfalls nicht so toll und verhängte eine Stop-and-go-Strafe. Gordon kam am Ende auf Platz 26 ins Ziel. Übrigens gab es mehrere Boxengassenfehlverhalten im Rennen, beispielsweise wurde Bristol-Sieger Brad Keselwoski am Eingang der Pit Road geblitzt, was mittels Durchfahrtsstrafe bestraft wurde.

In Runde 123 weinte dann sogar der Himmel ob des desaströsen Rennens und machte diesem ein schnelles und feuchtes Ende. Als diese erste und letzte Caution des Tages fiel, entschied sich Hamlin, der immernoch auf P2 lag, dazu, in die Box zu gehen und neue Reifen aufziehen zu lassen, um nach dem kleinen Regenschauer mit frischen Pneus wieder durchs Feld Pflügen zu können. Da sich der Regen nicht als kleiner Schauer sondern als längerer Dauerregen herausstellte, war das natürlich ein Griff ins berühmte Klo. Hamlin wurde statt zweiter dann elfter. In der Gelbphase begann die #48 von Johnson zu rauchen, er schaffte es aber trotzdem auf Platz 10. Das Rennen wurde dann jedenfalls um 23:25 Uhr unserer Zeit offiziell abgebrochen und Tony Stewart im #14 Mobil 1 Office Depot Stewart-Haas Chevrolet zum Sieger erklärt. Das Gute daran ist, dass trotz des Abbruchs das schnellste Auto und der schnellste Fahrer gewonnen hatte, auch wenn Hamlin ihm vor der Caution noch gefährlich nahe gekommen war.

Tabellenführer Greg Biffle konnte mittels eines sechsten Platzes die vorderste Position im Championnat halten, Harvick (Platz 4 in Fontana) und Dale Earnhardt Jr. (Platz 3) folgen. Tony Stewart ist jetzt vierter im Gesamtstand. Wer das Rennen verpasst hat und sich nach diesem Bericht grün, blau und/oder gelb ärgert, dass ihm dieses Missgeschick passierte, für den zeigen Motorvision.TV bzw. Servus TV heute um 21:05 Uhr bzw. 22:45 Uhr fast das komplette Rennen nochmal. Und in den paar Runden, die sie nicht zeigen, ist auch nicht viel mehr passiert. Versprochen.

Nächste Woche gehts nach Martinsville, Virginia, und damit auf die sechste unterschiedliche Strecke in den ersten sechs Rennen (alle Rennstrecken hatten bisher unterschiedliche Längen und Konfigurationen, jetzt kommt zwar wieder ein Halbmeilenoval, aber bis auf die ähnliche Länge haben Bristol und M’Ville rein gar nichts miteinander zu tun). Sieganwärter sind da Hamlin und Johnson, die sich die berühmte Sieger-Uhr über Jahre hinweg sicherten. Allerdings haben im letzten Jahr Harvick und Stewart gewonnen, wobei vor allem Stewart einer der großen Favoriten auf den 2012-er Sieg in Martinsville ist. Das Rennen startet übrigens wieder früher, nämlich um 19:15 deutscher Zeit.

Das komplette TV-Programm (denn die Trucks fahren tatsächlich auch mal wieder) gibts wie immer HIER !

 

 

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