Die Speedweeks 2012, oder: Das Chaos Hat Einen Namen

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Ein Bericht über Horrorcrashes, Packracing, Regen, Feuer, Waschpulver, mein Versprechen und wie Dale Jr. ein Rennen gewann.

Das erste Stockcar Rennen der Speedweeks ist ja traditionell der ARCA-Saisonauftakt, zuvor gabs in den Daytona Tests, Tests, Tests und das 24-h-Rennen. Nun, normalerweise ist ja die ARCA eher eine Crash-Serie, ist sie vermutlich immernoch und wird sie vermutlich auch immer bleiben, allerdings sah man in Daytona relativ wenig davon. Man konnte sogar das Shootout danach pünktlich starten. Das Rennen ging über weite Teile Single-File, was es unattraktiv machte, genauer hinzuschauen. Sieger war dieser Bobby Gerhart, der eigentlich immer in Daytona gewinnt.

Derweil wurde Johnson und sein 48er-Team um Chad Knaus beim Schummeln erwischt, die C-Säule wies Unregelmäßigkeiten auf, Johnson wurden (nach dem Daytona 500) 25 Punkte abgezogen und Knaus für 6 Rennen gesperrt, und 100000 Dollar Strafe gabs auch noch. Damit geht Johnson mit -23 Zählern in das nächste Rennen in Phoenix, hat er durch seinen frühen Crash beim 500 doch nur 2 Punkte ergattern können.

Aber der Reihe nach, denn eine Woche vor dem Daytona 500 stand endlich das Bud Shootout auf dem Programm, der inoffizielle NASCAR-Cup-Start eines jeden Jahres. Und das Rennen zeigte endlich, wie Rennen in Daytona sein müssen. Pack Racing die ganzen 75 Runden lang, außer unter Gelb, natürlich. Ein Zieleinlauf, der nicht spannender hätte sein können. Ein Sieger, der sich zuvor 2 mal oder so gedreht hatte, es also wirklich verdient hat, zu gewinnen. Und natürlich ein Horrorcrash am Ende. Und Jeff Gordons erster Flip seiner NASCAR-Karriere. Was ein Rennen!

Als nächstes standen die Duels auf dem Daytona-Programm. Diese „Ausscheidungsrennen“ (Danke, Lenz! Übrigens nicht zu verwechseln mit dem „Budweiser Ausscheidungsfahren“) über je 60 Runden legen die Startreihenfolge fürs Daytona 500 fest. Viel passierte nicht, außer dass Danica Patrick und Michael Waltrip in die Wand knallten. Mehr (Waltrip) oder weniger (Patrick) selbst schuld. Tony Stewart und Matt Kenseth gewannen.

Truck Racing in Daytona ist auch immer lustig, und das war auch 2012 so. Spannendes Packracing „under the lights“, ohne Danica Patrick, dafür mit John King. Und mit Horrorcrash. Super!

Am Samstag gabs Nationwide, mit Danica Patrick, Polesitterin, die unsanft von einem Teamkollegen aus dem Rennen geschoben wurde. Und mit Kyle Busch, der wie der sichere Sieger aussah und dann am Ende doch noch erwischt wurde. Gewonnen hat James Buescher, von 11 auf 1 fahrend. Innerhalb weniger Meter.

Dann war Sonntag, Daytona 500 Tag. Naja, eher ein Regentag. Alle wurden nass, keiner freute sich, nichts ging auf dem High-Speed-Oval. Und so wurde das Great American Race zum ersten Mal in der Geschichte auf Montag verschoben. Ortszeit 12 Uhr mittags. Daraus wurde bekanntlich nichts, es schiffte wieder in Daytona, neuer Starttermin war Montagabend, 19 Uhr. Und das klappte dann auch.

Pünktlich wurden die Motoren gestartet, endlich ging das große Rennen los, das Rennen, auf das alle gewartet haben. Und wie es losging! Gleich in Runde zwei krachte es gewaltig auf der noch „grünen“ Strecke, die Fahrer angespannt, nach der langen Warterei. Man konnte die Unruhe, die Nervosität spüren, vorm TV.

Und dann kam irgendwann der Montoya, und knallte (ungewollt) einen Jet-Dryer ab. Flammen schossen in den Nachthimmel, Brad Keselowski verdoppelte binnen Minuten seine Follower-Zahl bei Twitter, indem er News direkt aus dem Auto, von der Gegengeraden, ins WWW sandte. Derweil versuchte man in Turn 3, die Strecke mit handelsüblichem Waschpulver renn-fertig zu bekommen, die Offiziellen rutschten mehrmals unfreiwillig das steile Banking runter. Und, und das ist die eigentliche Sensation, Dale Earnhardt Jr. gewann ein Rennen! Einziger Wehrmutstropfen: Er durfte den Pott nicht mit nach Hause nehmen.

Es war das Daytona 500 der vier Elemente: Wasser, Feuer, Erde Asphalt und Luft, welche durch die Restrictor-Plates direkt in die neuen Einspritz-Motoren strömte. Und es war bereits Dienstag, auch in Amerika, als es weiterging. Nach weiteren zwei Unfällen im Trioval kam es zum Showdown in der letzten Runde zwischen Kenseth, Biffle und Earnhardt Jr., der die Chance auf den zweiten Sieg innerhalb weniger Minuten hatte. Es schien so, als war Biffle schon etwas müde, als wolle er einfach nur das Rennen beenden, einfach nur ins Bett (es war schon 1 Uhr Ortszeit), war er doch für Daytona-Verhältnisse so weit weg von Kenseth, so ganz ohne Angriff, ohne Versuch. Versucht hats Dale Jr., doch der kam von drei, ein zu langer Weg, alleine an die Spitze. Und so endete das wohl kurioseste Rennen in Daytona. Ziemlich unspektakulär. Irgendwie.

Wer das Rennen verpasst hat oder sich dieses faszinierende Ereignis nochmal anschauen will, für den hat Motorvision TV am 2. März ab 21:05 2,5 Stunden lang Highlights im Programm. Und dass sichs lohnt, sich das Rennen (nochmals) reinzuziehen, zeigt mein Versprechen: Ich werde eine Woche lang darauf verzichten, anzumerken, wie geil Dragracing ist. Weil was NASCAR da gezeigt hat, war schon auch ziemlich gut. Daytona war, ist und bleibt ein Highlight. Findet auch D „Have you ever? -No I’ve never!“ W in seiner Show. Action nonstop gibts bestimmt auch beim nächsten Daytona-Rennen in einem halben Jahr. Ganz sicher.

 

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