Großer Sprint Cup Rückblick 2011 – Teil 2

0
54

Der zweite Teil der Serie „is next“. Mit der zweiten Ausgabe der Serie wollen wir noch einmal das Jahr 2011 für jeden der Chase Piloten rückblickend unter die Lupe nehmen. Kurz zusammengefasst gibt’s die wichtigsten Informationen zu Tony Stewart, Carl Edwards, Kyle Busch, Jeff Gordon, Jimmie Johnson und Co. Wer hatte eine erfolgreiche Saison, wer enttäuschte. War die Strafe gegen Kyle Busch am Texas Wochenende gerechtfertigt oder nicht? Alle diese Fragen werden Euch hier beantwortet.

 

 

1.) Tony Stewart (2403 Punkte)

Nachdem der zweifache Champion in der Regular Saison das Pech an den Schuhen kleben hatte und in Richmond gerade mal mit etwas Glück und einer fehlerfreien Fahrt seinen Chase Platz sicher hatte, ging es erst so richtig los. In Chicago gewann er das auf Montag verschobene Rennen und legte eine Woche später in Loudon sofort nach. Niemand hätte mit „Smoke“ gerechnet, hatte er doch in den ersten 26 Saisonrennen überhaupt nichts zerrissen. Die folgenden drei Wochen verliefen dann etwas schleppend, Stewart spürte zwar das Momentum aus den beiden Siegen, musste aber in Dover, Kansas und Charlotte mit ein paar kleineren Problemen kämpfen, hielt sich aber immer in Schlagdistanz. In der zweiten Chase-Hälfte konnte er dann wieder zuschlagen, mit einem siebten Platz in Talladega überstand der das „gefährlichste“ Rennen und machte gut Punkte gut. Es folgte ein weiterer Doppelerfolg in Martinsville und Texas und somit war Stewart erstmals auf drei Punkte an Carl Edwards dran. In Phoenix konnte „Smoke“ den Abstand konstant halten und in Miami schlug dann seine große Stunde. Er machte am Ende alles richtig, hatte das nötige Glück, dass er mehr Siege als Edwards aufweisen konnte. Denn bei Punktegleichheit liegt der Fahrer vorne, der mehr Siege hat und somit gewann Tony Stewart zum dritten Mal in seiner Karriere den NASCAR Sprint Cup. An dieser Stelle möchte der NASCAR Stammtisch Tony Stewart zu seinem fabelhaften Chase mit fünf Siegen und der Meistschaft gratulieren! Well done Smoke!

2.) Carl Edwards (2403 Punkte)

Carl Edwards fuhr mal wieder eine sehr gute Saison, mit sehr wenigen Fehlern und sehr konstanten Ergebnissen. Doch am Ende reichte es wie schon 2008 gegen Jimmie Johnson im letzten Rennen nicht für die Meisterschaft. Mit nur einem Saisonsieg in Las Vegas hatte Carl Edwards am Ende bei Punktgleichheit keine Chance gegen Tony Stewart, der seine fünf Saisonsiege alle im Chase einfuhr. Der Chase verlief für Edwards eigentlich ganz gut, es reichte eben nur nie für den Sieg, aber Punktesammeln war mit dem neuen Punktesystem, dass es seit diesem Jahr gab, eine ebenfalls gute Möglichkeit und die Tatsache, dass er im Vergleich zu Stewart vier Saisonsiege weniger hat, zeigt die unglaubliche Konstanz des Roush Piloten. „Cousin“ Carl sollte man in den nächsten Jahren auf jeden Fall im Auge behalten, denn reif für den Titel ist Edwards schon lange!

3.) Kevin Harvick (2345 Punkte)

Harvick, der im letzten Jahr schon die Chance auf den Titel hatte und sie im letzten Saisonrennen 2010 begraben musste, wollte auch in diesem Jahr wieder vorne mit von der Partie sein. Dies gelang ihm in der Regular Saison recht gut, mit vier Saisonsiegen ging er punktgleich mit Kyle Busch in den Chase und zählte von Anfang an zu den Titelkandidaten. Doch im weiteren Verlaufe der letzten Rennen konnte Harvick nicht immer die Geschwindigkeit der Führenden mitgehen und musste zunehmend abreisen lassen. Mit Platz drei in der Gesamtwertung kann aber „Mr. Where did he come from?“ zufrieden sein, hat er doch heuer seinen Kontrahenten Jimmie Johnson, der ihm im letzten Jahr den Titel streitig machte, geschlagen.

4.) Matt Kenseth (2330 Punkte)

Matt Kenseth so weit vorne zu sehen ist sicherlich eine kleine Überraschung. Er ist ja bis heute der einzige Fahrer, der mit nur einem Saisonsieg Champion werden konnte, dies war im Jahre 2003 der Fall (noch nach altem Format, ohne Chase). Mit insgesamt drei Saisonsiegen kann der Teamkollege von Carl Edwards ebenfalls zufrieden sein, er rundet für Roush Fenway Racing ein sehr gutes Teamergebnis 2011 ab.

5.) Brad Keselowski (2319 Punkte)

Für mich die größte Überraschung im Chase! Mit einer tollen Sommer Sieg Serie in Kansas, Pocono und Bristol schaffte es der NASCAR Nationwide Series Champion von 2010 mit der neu eingeführten Wildcard in den Final Shootout um die Meisterschaft. Sehr konstante Rennen und auch tolle Aufholjagden aus dem hinteren Feld bescherten Keselowski in seinem dritten NASCAR Jahr ein Top 5 Ergebnis. Er schlug damit auch seinen Penske Teamkollegen Kurt Busch, der elfter in der Gesamtwertung wurde.

6.) Jimmie Johnson (2304 Punkte)

Der fünffache Champion der Jahre 2006-2011 hatte in diesem Jahr eine schlechte Saison. Mit nur zwei Saisonsiegen in Talladega im April und in Kansas im Chase hatte er zwar die Hoffnungen auf einen sechsten Titel in Folge nicht aufgeben wollen, doch am Ende häuften sich bei Johnson die Probleme und so kam es, dass er eben nicht ein sechstes Mal in Folge NASCAR Sprint Cup Champion wurde. Unterm Strich kann Johnson das Jahr aber gelassen abhacken, er hat in seiner Karriere schon so viel erreicht, da muss er nichts mehr beweisen. Das schönste für ihn wird wohl der „Fact“ sein, dass er die Saison als bester Hendrick Pilot abschließt.

7.) Dale Earnhardt Jr. (2290 Punkte)

Dale Earnhardt Jr. beendet das Jahr 2011 auf einem respektablen siebten Gesamtrang. Er ist hinter Jimmie Johnson der Beste Hendrick Pilot und konnte die Oldies im Team, Jeff Gordon und Mark Martin hinter sich halten. Für Jr. war die Saison durchaus ein Erfolg, es sprang zwar wieder kein Sieg heraus, doch die meisten Rennen verlief sehr gut und lassen die Massen weiter hoffen. Sollte Earnhardt Jr. im nächsten Jahr noch das Quäntchen Glück finden, so werden auch für ihn wieder Siege dabei herausspringen.

8.) Jeff Gordon (2287 Punkte)

Eine gemischte Saison für Jeff Gordon. Die Regular Saison konnte er mit drei Siege in Phoenix, Pocono und Atlanta beenden und durfte sich somit auch Hoffnungen auf seinen fünften Sprint Cup Titel machen. Doch im Chase verlief dann alles anders. Ein paar durchwachsene Rennen, technische Probleme usw. machten gute Ergebnisse kaputt. So reichte es am Ende nur zu Gesamtplatz acht und damit ist Jeff Gordon der schlechteste Hendrick Pilot der dreien, die im Chase sind. Aber auch für Jeff Gordon gilt ähnliches wie für Jimmie Johnson, schon so viel erreicht, da kann er die Saison locker abhacken und sich im Winter auf das kommende Jahr vorbereiten. Da wird dann auch Gordon wieder das übliche Motto „Drive for five“ haben.

9.) Denny Hamlin (2284 Punkte)

Nachdem Denny Hamlin im letzten Jahr knapp an der Meistschaft scheiterte ging der Joe-Gibbs Pilot für viele als ein kleiner Geheimfavorit in die Saison 2011. Doch leider konnte Hamlin diese Erwartungen nicht erfüllen. Das ganze Jahr über hatte Hamlin mit seinem Auto zu kämpfen, ein paar unglückliche Ausfälle führen dazu, dass er am Ende ganz knapp über die Wildcard mit seinem einzigen Saisonsieg aus Michigan im Juni in den Chase einzog. Der Chase verlief dann wie auch die Regular Saison, sehr durchwachsen. Viel zu erwähnen gibt es nicht, alles in allem würde ich behaupten, dass es eine enttäuschende Saison für den jungen Mann aus Virginia war. Man darf auf 2012 gespannt sein, ob er wieder vorne mitmischen kann.

10.) Ryan Newman (2284 Punkte)

Tony Stewarts einziger Teamkollege 2011 konnte einen Saisonsieg einfahren, dieser Sieg in New Hampshire im Juli vor Tony Stewart war zudem der erste Doppelsieg für Stewart Haas Racing. Das Jahr über war Newman ständig in den Top 10 der Gesamtwertung und so kam am Ende des Jahres auch ein beachtlicher zehnter Platz heraus. Er rundet das sehr starke Teamergebnis von Stewart Haas Racing ab und musste wohl im Chase etwas für Tony Stewart weichen, als ihm volle Konzentration zu gute kam. Aber unterm Strich war es ein gutes Ergebnis für Newman und kann sich nun mit seinem Chef über das vergangene Jahr freuen.

11.) Kurt Busch (2262 Punkte)

Der ältere der beiden Busch Brüder konnte im Chase nur seinen jüngeren Bruder schlagen. Kurt konnte zwar das erste Road Course Rennen in Sonoma für sich entscheiden und auch mit einem zweiten Saisonsieg in Dover im Chase, galt er als ein kleiner Geheimfavorit, große Chancen räumten ihn aber nicht viele ein. Am Ende spielte dann auch die Technik nicht mehr gut mit, in Homestead kostete ihn ein Motorschaden früh im Rennen wichtige Punkte und so rutsche der Meister des Jahres 2004 weiter ab. Beachtlich ist aber zu erwähnen, dass Penske als einziges Topteam Motoren von Dodge verwendet und beide Fahrer von Roger Penske, Brad Keselowski und Kurt Busch, schafften es in den Chase. Somit könnte man zusammenfassend sagen, dass Kurt Busch eine gute Saison hinlegte und so Roger ein gutes Teamergebnis zusammen mit Brad Keselowski schenkte.

12.) Kyle Busch (2246 Punkte)

Kyle sorgte mit Abstand für die meisten Schlagzeilen des Jahres. Die Regular Saison verlief gut, er holte sich vier Saisonsiege und erstmals in seiner Karriere sah es so aus, als würde er auch im Chase gut mithalten können. Doch dann brannten ihm wortwörtlich einmal wieder die Sicherungen durch. Im Texas Truck Rennen am Freitagabend drehte Kyle den Titelanwärter Ron Hornaday während einer Gelbphase in die Mauer, beide Autos waren total kaputt und für beide bedeutet das das Ende des Abends. Für Hornaday kam es aber noch viel schlimmer, seine Titelchancen musste er damit begraben. NASCAR wartete nicht lange und sperrte Kyle kurzerhand für das Nationwide Rennen am Samstag und das Sprint Cup Rennen am Sonntag. Damit waren die Titelchancen für Kyle Busch vorbei. Es ist ja nichts neues, dass es für Kyle Busch im Chase einfach nicht läuft, siehe 2008, als es ihm ähnlich erging. Aber es bleibt einfach nur zu hoffen, dass der aus Las Vegas stammende Joe-Gibbs Pilot nun endlich begreift, dass er seine „Streitigkeiten“ nicht mit den Fahrzeugen auf der Strecke austragen soll. Das Ereignis in Darlington mit Harvick war ja ein ähnlicher Vorfall. Er hätte durchaus das fahrerische Können um Sprint Cup Champion zu werden, nur bisher scheiterte es immer am Verhalten und seinen Aktionen.

So viel zu den zwölf besten Fahrern des Jahres. Wer aber die großen Verlierer und die großen Gewinner des Jahres 2011 waren, könnt Ihr dann im letzten Teil des großen Jahresrückblicks nachlesen. Ich hoffe, dass Ihr bisher Spaß beim Lesen hattet und nicht vergessen, die Kommentarfunktion funktioniert einwandfrei, also lasst doch mal Eure Meinung zu den Top 12 hören.

Mehr im dritten und nächsten Teil!

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.